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NWZonline.de Region Bremen

Bundesverdienstkreuz Für Bremerin: Anneli-Sofia Räcker ist „eine wahre Heldin“

24.12.2019

Bremen /Varel Es war einer dieser Momente, die das Leben von Anneli-Sofia Räcker nachhaltig veränderten – und bis heute etwa 15 000 Kindern zu Schulbildung verhalfen. Damals, 2006, gab es diese eine Begegnung. Viele weitere sollten folgen. Doch das erste Treffen mit der damals neunjährigen Shermila in Nepal führte dazu, dass die Bremerin die Gesellschaft „Ketaaketi“ ins Leben rief. Ein Engagement, das sie bis heute mit „tiefem Stolz“ erfüllt.

Sie haben nicht viel, die ärmsten Kinder dieser Welt. Doch das hält sie nicht davon ab, wissbegierig zu sein. Etwas aus ihrem Leben zu machen, bescheiden zu sein – es sind Eigenschaften, auf die Anneli-Sofia Räcker bei vielen Kindern und ihren Familien gestoßen ist. 2006 gründete sie in Varel den Verein „Ketaaketi“, aus dem Nepalesischen für „Kinder“. Hier, in Nepal, begann die Geschichte um den Verein.

Netzwerke aufgebaut

Eine Erfolgsgeschichte, das hört man, wenn Räcker von ihrer Arbeit erzählt und den damit verbundenen Errungenschaften. Räcker und ihre Mitstreiter für eine bessere Welt haben in den vergangenen Jahren erst in Nepal, später auch in Sierra Leone und Burundi Netzwerke aufgebaut, sind Kooperationen mit Nicht-Regierungs-Organisationen eingegangen und haben ein System entwickelt, das „einen ganz anderen Ansatz von Entwicklungspolitik verfolgt“. Wollte man die Philosophie von „Ketaaketi“ beschreiben, könnte man dies in kurzen Worten tun: Wer durch Zufall reich ist, hat dadurch eine Verantwortung der Welt und anderen gegenüber – und sollte teilen. Doch hinter der Idee steckt mehr: Es ist eine Idee, die weit weg ist von der üblichen Fremdbestimmtheit, die häufig mit entwicklungspolitischen Ansätzen verknüpft ist.

„Wir geben, ihr nehmt – und wir diktieren euch, was ihr mit dem Geld zu tun habt.“ „Einfach unzumutbar“, findet sie dieses häufig verbreitete Denken. Deshalb wollte die 67-Jährige genau diesem System nie nacheifern. „Es geht ausschließlich, wenn in den Ländern selbst an der Zukunft gearbeitet wird“, sagt sie.

Mit kleinen Spendenbeiträgen – ein bis sechs Euro pro Kind – werden Schulbesuche möglich gemacht oder Unterrichtsmaterialien angeschafft. Mit größeren Beträgen entstehen Geschäfte vor Ort, die die Existenz einer ganzen Familie sichern können. Räcker, das betont sie unermüdlich, stecke das Geld ausschließlich in Organisationen vor Ort. „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, sagt sie. Keine neuen Abhängigkeiten schaffen, das ist für Räcker oberstes Gebot ihres Mikrofinanzierungsmodells.

Rund 50 verschiedene Projekte seien so in den vergangenen Jahren allein in Nepal entstanden. An weiteren arbeitet sie. Hilfsprojekte im Süd-Sudan seien trotz der „extrem gefährlichen Lage“ angedacht, ein weiteres soll in Haiti aufgebaut werden. Zudem hat sie Bangladesch ins Auge gefasst. „Ich werde Wege finden, trotz Bürgerkriegs und Korruption“, sagt die Bremerin.

16 bis 18 Stunden täglich ist Räcker auf den Beinen, neben ihrem Engagement für „Ketaaketi“ ist sie als Psychotherapeutin tätig. Ihr Privatleben? „Gleich null.“ Doch wenn sie sehe, dass die Menschen vor Ort „ihren Erfolg tanzen“, berühre sie das „aus tiefstem Herzen“. Und wenn mal nicht alles auf Anhieb klappt, ist es dennoch ein Zeichen an die Menschen vor Ort. „Es geht“, sagt Räcker, „auch darum, zu zeigen: Ihr seid nicht allein!“

Ehre und Ansporn

Für ihr Engagement wurde Räcker Anfang Dezember mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. „Eine große Ehre“, findet sie. Und Ansporn zu gleich. „Man spürt noch mehr die Gesamtverantwortung als Zivilgesellschaft“, sagt sie. Für ihren langjährigen Freund und Unterstützer aus Nepal, Rajesh Regmi, ist Räcker eine „wahre Heldin“. „Wenn andere gehen, weil die Situation ausweglos erscheint, kommt sie. Und bleibt.“

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