BREMEN - Die erfolgreichste deutsche Eiskunstläuferin aller Zeiten verlässt das Eis. Vorher jedoch geht Katarina Witt auf Abschiedstournee durch acht Hallen in neun Tagen. Vorletzte Station ist der Bremer AWD-Dome, wo sich die Eiskönigin am 1. März um 19.30 Uhr noch einmal aufs Eis begibt. Zum zweiten Mal nach 1991 übrigens – damals gab es noch eine Eislaufhalle auf der Bürgerweide.
Einen großen Auftritt hat die 42-Jährige bereits am Dienstagvormittag in Bremen – in einem Bistro auf dem Domshof. Geduldig lächelt die vierfache Welt- und sechsfache Europameisterin in diverse Kameras von Fernsehteams und Fotografen. Promotionstermine müssen sein. Die seien allerdings anstrengender als eine Eiskunstlaufkür, sagt die zweimalige Olympiasiegerin – 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary.
Leicht fällt Witt der Abgang nicht. „Ich beende ein wichtiges Kapitel meines Lebens“, sagt sie, „am Eis hängt mein Herz.“ Bei der Abschiedstournee wird sie von Weltstars unterstützt – der US-Amerikaner Brian Boitano zählt dazu, Olympiasieger 1988. Und der Brite Roubin Cousins, der 1980 in Lake Placid Gold holte.
Konkrete Zukunftspläne hat die Berlinerin, die 1998 als Covergirl des deutschen „Playboy“ für Verkaufsrekorde sorgte, noch nicht. „Ich habe ein paar Ideen, aber ich schiebe das vor mir her.“ Witt schreibt Bücher, moderiert die Eislaufshow „Stars auf Eis“. Nicht zuletzt hat sie 2005 die Katarina-Witt-Stiftung für behinderte Kinder und Jugendliche gegründet.
Die einstige Eisprinzessin hat auch mit 42 Jahren noch eine Top-Figur. Ihr Rezept: „Ich lebe gesund, trinke wenig Alkohol, rauche nicht, treibe Sport und nehme mir genügend Schlaf.“ Nun denn: Das „schönste Gesicht des Sozialismus“ (so titelte 1984 eine amerikanische Sportzeitung) wird nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden. Das wäre auch schade. Nur im Dschungelcamp wird man sie nie sehen. „Sind Sie noch zu retten?“, entgegnet sie dem Fragesteller unmissverständlich.
