BREMEN - Wenn viel los ist, ist Hartwig Bodmann in seinem Element. „Buddy“, wie viele ihn nennen, ist der Geschäftsführer des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Seit 1949 gibt es das Großtreffen der Protestanten, immer in einer anderen Stadt. „Wir fangen immer von Null an, jede Stadt tickt anders“, hat Bodmann erfahren. Er kam 1981 dazu, zunächst als Abteilungsleiter für die Helferdienste und seit 1988 als Geschäftsführer. Große Zahlen gehören zu seinem Job. So werden in Bremen vom 20. bis 24. Mai rund 100 000 Dauerteilnehmer erwartet, bis zu 300 000 Gäste sollen es zum Auftakt beim „Abend der Begegnung“ sein. Für Bodmann kein Grund, nervös zu werden. Er freut sich über den guten Draht zu den offiziellen Stellen.
„Bremen ist eine Stadt der kurzen Wege, alles funktioniert reibungslos“, schwärmt der 55-Jährige, der seine Wurzeln im niedersächsischen Elbdorf Marschacht hat. Verkehrsführung, Straßensperrungen, Sicherheit, Verpflegung, Unterkünfte: In Konferenzen prasseln Themen und Lösungen im Minutentakt auf Bodmann und sein etwa 80-köpfiges Team ein. Und je näher der Kirchentag rückt, desto flotter wird die Schlagzahl. Bodmann denkt positiv: „Wir haben erstaunlich viel im Griff“, sagt er und freut sich ohne Lampenfieber auf die Tage rund um Himmelfahrt. Sie sollen Bremen im Messezentrum, in der Innenstadt und im alten Europahafen neben Debatten eng an den Themen der Zeit einen singenden „Kirchentag der Schiffe“ bescheren. Um das zu erreichen, denkt Bodmann experimentell: Boote fahren Ballett und Bäume singen – das ist die bestimmende Idee einer Kunst-Performance, mit der der Eröffnungsabend ausklingen soll. „Eine große Nummer“, ist Bodmann überzeugt. Der Organisator ist auch gefragt, wenn es darum geht, 4 500 Freiwillige aus ganz Deutschland in die Organisation einzubinden. Vor Jahrzehnten kam Bodmann auf die Idee, während des Kirchentages ein Helfernetzwerk aus christlichen Pfadfindern aufzubauen. Seither prägen sie das Gesicht der Großveranstaltung.
