Bremen - Drei Konzerte mit vier Pianisten innerhalb einer knappen Woche. Im schönen Sendesaal an der Bürgermeister-Spitta-Allee in der Vahr wird Mitte Oktober, despektierlich ausgedrückt, kräftig auf den schwarzen und weißen Tasten geklimpert. Und zwischendurch wird gejazzt – mit Tenorsaxophon, Bratsche, Violine und Vibraphon.

Aber der Reihe nach: Am Sonntag, 14. Oktober, ist das Berliner Jazzpianisten-Paar Aki Takase und Alexander von Schlippenbach zu Gast im Sendesaal. Zweihändig und vierhändig, solo und gemeinsam präsentiert sich das Duo bei diesem Konzert. Beide feiern in diesem Jahr runde Geburtstage, worauf der Titel ihres gemeinsamen Programms, „150  Jahre Jazz“, ironisch anspielt. Aki Takase (70) gilt als stilistisch vielseitige Avantgardistin und eigensinnig mit Traditionen spielende Virtuosin. Und von Schlippenbach (80) bezeichnet sich als „Free Jazzer mit Faible für sinnliche Abstraktion“. Das Konzert beginnt um 18 Uhr.

Im Frühjahr dieses Jahres hat Claire Huangci ihre vierte CD im Sendesaal aufgenommen – mit Musik von Frédéric Chopin und Sergei Rachmaninov. Das Konzert dazu spielt die Pianistin am Dienstag, 16. Oktober, um 20  Uhr. Die Amerikanerin chinesischer Herkunft sagt: „Es ist mir ein besonderes Anliegen, Musik zu machen, an die man sich erinnert, nicht weil ich so schnelle Finger hatte, sondern weil sie so berührend war.“

Huangci gewann den „Concours Geza Anda 2018“, bei dem sie neben dem ersten Preis zusätzlich auch den vom Musikkollegium Winterthur gestifteten Mozart-Preis erhielt. Die 28-Jährige zieht ihr Publikum durch „glitzernde Virtuosität, gestalterische Souveränität, hellwache Interaktion und feinsinnige Klangdramaturgie in den Bann“, notierten jüngst Salzburger Musikkritiker.

Sein Debüt im Sendesaal feiert am Donnerstag, 18. Oktober, um 20 Uhr „Daniel Erdmann’s Velvet Revolution“, das für seine jüngste CD mit dem „Echo Jazz 2017“ und dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Zum Trio zählen Daniel Erdmann (45, Tenorsaxophon), Theo Ceccaldi (32, Bratsche und Violine) und Jim Hart (35, Vibraphon). „Velvet Revolution wirkt wie ein perfekter Name für dieses Vorhaben – eine Fügung, die das Sanfte mit dem Erneuernden und dem radikal Umwälzenden verbindet. Velvet Revolution wird zur Metapher. Diese Musik will etwas, und das spürt man“, sagt Peter Schulze vom Sendesaal.

Und eben dort steht am Samstag, 20. Oktober, ein „Konzert im Dunklen“ auf dem Programm. Ab 23 Uhr präsentiert Marcin Masecki, der als einer der interessantesten Pianisten Polens gilt, Chopins „Nocturnes“. Klassische europäische Musik auf neue, erfrischende Weise zu präsentieren, gibt der 36-jährige Warschauer als sein künstlerisches Ziel an. Karten kosten an der Abendkasse jeweils 25 Euro.