BREMEN - Die Frau hat sich nach Spanien abgesetzt. Der neue Termin ist im November.

Von Christian Jakob

BREMEN - Der Prozess gegen die ehemalige Verwaltungschefin des Waldau Theaters wird erst im November beginnen können. Die Angeklagte sei „überraschend nach Spanien übergesiedelt“, so der Vorsitzende Richter.

Bis Juni 2004 war die Frau Verwaltungschefin des nach jahrelanger Misswirtschaft unter Zwangsverwaltung stehenden Waldau Theaters. Dem Bankrott entsprechend gering war ihr finanzieller Handlungsspielraum: Barausgaben über 20 Euro musste sie sich vom Insolvenzverwalter genehmigen lassen. An ihrem letzten Arbeitstag verstieß sie gegen diese Vorschrift und zahlte einem Mitarbeiter sein Monatsgehalt – 998 Euro – in bar aus der Theaterkasse und früher als vorgesehen aus.

Vermerkt wurde diese Ausgabe nirgends, auch ihre für Gehaltsüberweisungen zuständige Kollegin erfuhr nach eigenen Angaben nichts von der Transaktion. Daher bekam der Theater-Angestellte sein Salär kurz darauf noch einmal überwiesen. Diese Zahlung leitete die Angeklagte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft auf ihr eigenes Konto um. Ob sie das Geld für sich behielt oder mit dem Angestellten gemeinsame Sache machte, ist unklar. Der Schwindel flog auf und die Frau handelte sich eine Anklage wegen Untreue ein. Nach vorübergehenden Anstellungen bei Theatern in Ostdeutschland zog die Frau schließlich nach Spanien – laut des neuen Geschäftsführers Thomas Blaeschke bereits im Herbst 2005. Zum Amtsgericht Bremen drang dies jedoch erst vor gut zwei Wochen durch. Der für gestern anberaumte Prozesstermin

wurde kurzfristig wieder abgesagt. Nach Angaben des Gerichtes wurde ein neuer Verhandlungstermin für November festgelegt. Vorher – im September – startet die reguläre Spielzeit in dem Theater.