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NWZonline.de Region Bremen

Das droht rücksichtlosen Autofahrern

13.02.2020

Bremen Die Autos werden größer und breiter, der Parkdruck steigt. Wohnquartiere werden mit Fahrzeugen von Berufspendlern und anderen „Fremdparkern“ häufig „nicht mehr regelkonform“ zugestellt – Findorff zu Messezeiten wie jetzt bei der „Bremen Classic Motorshow“ und vor allem zu Freimarktszeiten, die Östliche Vorstadt rund ums Klinikum Bremen-Mitte ganzjährig.

Das zuweilen rücksichtslose Parkverhalten schränkt in engen Straßen außerdem die Erreichbarkeit für Rettungsdienst und Feuerwehr ein und wird damit zum Sicherheitsproblem. Der Senat greift ein. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) haben am Mittwoch ein „Strategiepapier zur Steuerung des Parkens in Wohnstraßen“ vorgestellt. „Wir wollen einige Dinge grundlegend neu ordnen“, sagte Mäurer. Ein Baustein des Papiers sind Anwohnerparkregelungen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung, der Ausbau der Parkraumüberwachung, das Abschleppen von Falschparkern, zusätzliche Car-Sharing-Stationen, mehr Fahrradbügel und zusätzliche barrierefreie Querungshilfen. Die Umsetzung des Strategiepapiers soll zunächst in zwei Quartieren modellhaft erprobt werden. Und zwar im Bereich westlich des Klinikums Mitte zwischen Bismarckstraße, Horner Straße, Vor dem Steintor und St.-Jürgen-Straße sowie in Alt-Findorff zwischen Hemmstraße, Leipziger Straße, Findorffstraße und Bahngleisen.

Bereits zum Freimarkt 2019 setzten Mäurer und Schaefer ein neues Verkehrskonzept rund um die Bürgerweide um – es wurde konsequent kontrolliert und abgeschleppt, um wildes Parken zu vermeiden. 260 Fahrzeuge seien abgeschleppt, 2 300 abgewiesen und 4 300 Verkehrsverstöße geahndet worden, sagte der Innensenator. Bis zum nächsten Freimarkt (16. Oktober bis 1.  November) sollen das Modellprojekt ausgewertet und Maßnahmen ergriffen sein.

Rund ums Klinikum Mitte herrscht derweil so etwas wie Dauer-Parkdruck. Und es gibt dazu auch Zahlen. So seien in skizziertem Quartier 1436 legale Parkplätze vorhanden, 908 öffentliche und 528 private in Garagen, auf Grundstücken. Zugelassen sind 1 315 Kraftfahrzeuge der Anwohner. Das reicht. Auf die 908 öffentlichen Parkplätze kamen jedoch 1 020 Autos, was dann laut Gunnar Polzin, Leiter der Verkehrsabteilung im Mobilitätsressort, wiederum einer Falschparkerquote von rund zwölf Prozent entspricht.

Parkausweise für die Bewohner und Parkscheinautomaten für die Gäste sollen also zukünftig den ruhenden Verkehr regeln. Die Dauerkarte für die Bewohner soll 30 Euro pro Jahr und 50 Euro für zwei Jahre kosten. Pendler und „Fremdparker“ sollen sich ihr Ticket an den zusätzlichen Automaten ziehen, die noch aufgestellt werden müssen. Über Tarife und auch über die Höchstparkdauer werde noch beraten.

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