• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Nicht „autofrei“, sondern autoärmer

23.01.2020

Bremen Die autofreie Bremer Innenstadt ist ein zentrales Projekt der rot-grün-roten Koalition. Die Handelskammer sieht die Pläne der Regierung kritisch. Autofrei nein, autoärmer ja, so heißt es im Schütting. Den Begriff „autofrei“ halten die Kammer-Vertreter ohnehin für problematisch, da er für Missverständnisse sorge. Präses Janina Marahrens-Hashagen: „Ich bin schon mehrfach gefragt worden: Kann man bei Euch noch reinfahren?“

Die Handelskammer hat ihre schon im Herbst vorigen Jahres präsentierte Argumentation zu einem elfseitigen Positionspapier ausgebaut – und am Mittwoch vorgestellt. Ja, auch die Kammer wünsche sich eine fußgängerfreundliche Innenstadt mit weniger Durchgangsverkehr und einem autoärmeren Kernbereich zwischen Wall und Martinistraße, so Syndicus Dr. Matthias Fonger. „Aber von uns kommt ein ,Nein‘ zur autofreien Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Westerstraße.“ Das aber ist das Fernziel der Koalition.

Die Kammer sorgt sich um die Erreichbarkeit der Bremer Innenstadt – insbesondere mit Blick auf Menschen, die aus dem Umland in die Hansestadt kommen. „,Zufahrt-verboten‘-Schilder wirken ausgrenzend und fantasielos“, sagt Vizepräses Joachim Linnemann. „Autofrei“, das wirke „wenig einladend“. Stefan Brockmann, Vorsitzender des Kammer-Ausschusses für Einzelhandel: „Wenn Sie in Achim oder Zeven wohnen, heißt autofrei: Ich habe ein Problem, da hinzukommen.“

20 Prozent der Innenstadt-Besucher kommen mit dem Auto. Und das sind in der Regel nicht jene, die so nah an der City wohnen, dass sie von den geplanten Fahrradbrücken profitieren werden.

35 Prozent aller Innenstadt-Besucher stammen aus dem Umland, so Brockmann. In vergleichbaren Städten seien das „46 Prozent und mehr“. Aber: „Diese Gruppe ist größtenteils auf das Auto angewiesen und wägt bei der Erreichbarkeit, den Parkmöglichkeiten und Parkgebühren genau ab. Auf diese Besuchergruppe kann der bremische Einzelhandel nicht verzichten.“ Daraus folge auch: „Die Parkhäuser Katharinenklosterhof und Am Dom dürfen nicht vorschnell aufgegeben werden, periphere Parkhäuser müssen besser angeschlossen werden und mit einem leistungsfähigen ,Park-and-Ride‘-Stellplatznetz ergänzt werden.“

Der öffentliche Nahverkehr, so eine zentrale Kammer-Forderung, müsse verbessert werden, bevor der Autoverkehr reduziert wird. Es müssten „zunächst alternative Mobilitäts-, Routen- und Stellplatzangebote geschaffen und notwendige Begleitinvestitionen in die öffentlichen Räume gesichert werden“, so Präses Janina Marahrens-Hashagen.

In dem elfseitigen Kammer-Papier wird beklagt, dass Bremen und seine Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich schlechter aus dem näheren Umland zu erreichen seien als beispielsweise Hannover. So müsse die Regio-S-Bahn ausgebaut werden und engere Taktzeiten bekommen. Wichtig sei auch eine neue Linie „RS5“, die im 60-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Rotenburg fahre.

Die Grünen sind von den Forderungen nicht begeistert. Das Ansinnen, „die autofreie City auszubremsen“, sei „mutlos“. Grünen-Verkehrspolitiker Ralph Saxe: „Die autofreie City ist das zentrale Projekt für die zukunftsfähige Innenstadt und eine klimaschonende Verkehrswende. An der autofreien Innenstadt führt kein Weg vorbei. Wir werden sie Schritt für Schritt bis 2030 umsetzen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.