Bremen - Bremen drosselt das Tempo. Konkret heißt das: Mindestens 71 neue Tempo-30-Zonen werden eingerichtet. Für weitere 107 soll eine Einführung geprüft werden, teilte das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) mit.
Ausgangspunkt für die Pläne ist die 2016 bundesweit in Kraft getretene Novellierung der Straßenverkehrsordnung. Demnach soll Tempo 30 vor „sensiblen Bereichen“, also Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein. Bislang musste nachgewiesen werden, dass hier eine besondere Gefahrenlage besteht. Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) sagte: „Die Änderung erlaubt es uns endlich, weitere Tempo-30-Bereiche in Bremen umzusetzen.“ Ziel sei es, Kinder, kranke und alte Menschen vor Unfällen zu schützen.
583 Tempo-30-Zonen gibt es bislang in Bremen. „Die (71) neuen Zonen sollen demnächst eingerichtet werden“, heißt es beim ASV. Und es kommen durchaus Standorte an viel befahrenen Verkehrsadern hinzu. Der Osterdeich zählt dazu. Hier soll im Bereich des Bürgerhauses Weserterrassen, wo es einen offenen Kinderhort gibt, die Geschwindigkeit reduziert werden. An der St.-Jürgen-Straße soll Tempo 30 unter anderem vor dem Klinikum Mitte gelten. Auch vor der Kita an der Friedrich-Karl-Straße und vor der Schule an der Lessingstraße und vor dem Stadtteilhaus St. Remberti sollen die motorisierten Verkehrsteilnehmer dazu veranlasst werden, langsamer zu fahren.
Betroffen von den Plänen sind auch die Schwachhauser Heerstraße, vor dem Kippenberg-Gymnasium und der Kita „Martha Goldberg“, die Hemelinger und die Sebaldsbrücker Heerstraße, die Langemarckstraße sowie der Buntentorsteinweg. Zu den 107 Standorten, die noch geprüft werden sollen, zählen unter anderem die Malerstraße im Bereich der Kita Auferstehungsgemeinde in Hastedt und die Hamburger Straße vor dem Gymnasium, die Nordstraße in Walle vor der Grundschule und die Gröpelinger Heerstraße vor dem Krankenhaus Diako.
Vor allem aus den Stadtteilparlamenten gibt es bislang positive Reaktionen auf die Pläne. Beim Automobilclub ADAC geht man davon aus, dass sich die Fahrtzeiten für die Autofahrer durch die Tempo-30-Zonen nur unwesentlich „um drei bis vier Prozent“ verlängern.
