BREMEN - BREMEN - 42 Seiten. So dick ist das Vermächtnis, das Henning Scherf seinem Nachfolger hinterlässt. Das Papier hat gleich drei Titel: „Mut zur Selbstständigkeit – Bereitschaft zur Verantwortung – Zukunft für Bremen“. Vermächtnis? Scherf selbst spricht von einer „Anregung“, die er loswerden wolle.
Scherfs Intention: Im Ringen um seine Eigenständigkeit soll Bremen nicht aufgeben. Und nicht jammern. „Wir haben pro Nase die meisten Millionäre. Wir erwirtschaften das zweithöchste Bruttoinlandsprodukt“, sagt er. Bremen werde „überregional immer ganz vorne gehandelt“. Nur: Im kleinsten Bundesland selbst werde das nicht gesehen. „Bremen ist leistungsfähig und produktiv. Bremen muss sich nicht verstecken“, heißt es.
Purer Zweckoptimismus? Der Versuch, nach zehn Jahren als Chef einer großen Koalition eine Erfolgsbilanz zu ziehen? Scherf verweist auf die Kulturhauptstadt-Jury, die Bremen den Titel bekanntlich verwehrte. Sie habe gesagt: „Ihr habt’s nicht nötig. Ihr habt alle Probleme gelöst.“
Der Strukturwandel, die Hinwendung zur Wissenschaft – einige der Beispiele, die in Scherfs Papier zur Sprache kommen. Und ein Appell: Bremen und seinen Bürgern möge es gelingen, Problemlösungen zu finden, die vorbildlich für andere sein können. Ebenso erwähnt: Der Länderfinanzausgleich, der Bremen „einen angemessenen Anteil seiner Früchte“ eben nicht ernten lässt.
Zurück zu Henning Scherf. „Natürlich habe ich Fehler gemacht“, sagt er denn auch gleich. Und erinnert an die AG „Weser“. Die Folgen des Niedergangs der Werft seien bis heute nicht bewältigt – man merkt es nicht zuletzt an der Investitionsruine Space Park. „Trotzdem darf man da nicht aufgeben.“
