Bremen - Anno 1856 fanden Steinbrucharbeiter im Neandertal bei Düsseldorf Knochen eines Skelettes, das später weltberühmt werden und einer ganzen Menschenart den Namen geben sollte. Sämtliche aufgefundene Knochen wurden auf Wunsch der Steinbruchbetreiber, die sie für Reste von Höhlenbären hielten, aufbewahrt – und dem Naturforscher Johann Carl Fuhlrott übergeben.
Dieser erkannte, als er zur Begutachtung der Knochen ins Neandertal gerufen wurde, gleich deren Bedeutung – und konstatierte, dass es sich um die Überreste eines eiszeitlichen Menschen handele. „Eine sensationelle Erkenntnis in einer Zeit, als die Menschen die Schöpfungsgeschichte der Bibel noch wörtlich nahmen“, so Karin Gozzi vom Verein Wittheit zu Bremen.
Neanderthaler – mit „th“ – gelten heute als die am besten erforschten Urmenschen. Von etwa 450 Individuen wurden Knochen – manchmal nur einzelne Zähne – gefunden. Die Neanderthaler existierten in einer Zeitspanne von vor 250 000 bis vor 40 000 Jahren. Verbreitet waren sie von Westeuropa bis nach Westasien, Usbekistan und in den Nordirak.
Doch was ist mit ihnen geschehen, wo sind die Neanderthaler geblieben? Und wie ähnlich und wie verschieden waren die Neanderthaler im Vergleich mit uns heutigen Menschen? Wie sind sie mit uns verwandt? Fragen wie diese behandelt Dr. Bärbel Auffermann, Jahrgang 1964, im ersten Wittheits-Vortrag des neuen Jahres – er beginnt am Dienstag, 14. Januar, um 19 Uhr im Haus der Wissenschaft an der Sandstraße.
Was ist mit den Neanderthalern geschehen? Wie hätte man sich den Kontakt zwischen Neanderthalern und modernen Menschen vorzustellen? Auch diese Themen werden im Haus der Wissenschaft zur Sprache kommen, heißt es in einer Ankündigung.
Bärbel Auffermann, die Referentin, ist seit dem vergangenen Jahr Direktorin des Neanderthal-Museums, das im Neandertal (ohne „th“) in Mettmann (Nordrhein-Westfalen) liegt. Sie studierte Ur- und Frühgeschichte, Geologie und Ethnologie an den Universitäten Münster und Tübingen.
Der Eintritt zu ihrem Vortrag kostet nach Angaben der Wittheit vier Euro; Rentner zahlen 2,50 Euro. Für Schüler und Studenten ist der Eintritt frei. „Kartenverkauf an der Abendkasse. Reservierungen sind leider nicht möglich“, hieß es vorab weiter.
