BREMEN - „Eines der größten Übel ist kurzfristiges Wirtschaften“, sagte Daniel Goeudevert beim Siemens-Wirtschaftsforum im Bremer Park Hotel. Der frühere Top-Manager empfiehlt, die Wirtschaftskrise zum Umdenken zu nutzen. Ansonsten drohten durch verantwortungsloses Management weltweite Krisen.
Goeudevert war selbst viele Jahre Spitzenmanager in der Automobilindustrie. Der Querdenker zählt zu den Trittbrettfahrern der Finanzkrise die Großkonzerne, die hinter der akuten Krise jahrzehntelanges Missmanagement versteckten und die Situation nutzten, um Menschen zu entlassen. „Wie soll man das den Mitarbeitern erklären?“ fragte Goeudevert.
Solche Maßnahmen berührten das gesellschaftliche Gerechtigkeitsempfinden ebenso wie die Hilfspakete der Regierung. Plötzlich sei Geld in Milliardenhöhe da und die Empfänger müssten nicht einmal Rechenschaft über dessen Verwendung abgeben. Das gehe auf Kosten des Vertrauens der Menschen. „Schön wäre es“, so Goeudevert, „wenn Deutschland erkennen würde, dass der Mittelstand ein Musterbeispiel der Wirtschaft ist.“ Auch so könnten Unternehmen gedeihen. Die Basis dafür seien langfristige Strategien, Vertrauen und Kommunikation durch alle Hierarchien. Das brauche Zeit und die gebe es immer weniger. Im Gegenteil, die Jagd nach schnellem Gewinn und guten Quartalsberichten an der Börse lasse keine Zeit zum Planen.
