BREMEN - BREMEN/AB - „Es war eine gute Idee, dass Sie hierher gekommen sind“, sagte Raymund Fismer zu Beginn seines Vortrags über die Herkunft guter Ideen. Rund 100 Gäste wollten im Haus der Wissenschaft die Gedanken und Ideen des Physikers, Ingenieurs und Kommunikationsberaters hören.
Fismers Grundgedanke ist eine Kritik an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren, die sich nur für Fakten und Formeln interessieren, die das Postulat der reinen Objektivität aufstellen und jede Subjektivität ablehnen.
Mit Albert Einstein und Herrmann Helmholtz zitierte Fismer zwei in ihrer Zeit sehr erfolgreiche Wissenschaftler, deren Namen noch immer als „harte Währung“ in der Wissenschaftswelt gehandelt werden. Einsteins Satz „Ich habe nie etwas durch rationale Überlegungen entdeckt“ blendete Fismer auf der Leinwand ein und erläuterte dazu, dass Entdeckungen die Hälfte erfolgreicher naturwissenschaftlicher Forschung seien.
Von Helmholtz übernahm Raymund Fismer ein Vier-Phasen-Modell über erfolgreiches Denken. Eine der Phasen ist die „Inkubation“, das „Ausbrüten“ eines guten Gedankens. Kreativität brauche Zeit, sagte Fismer. Außerdem, setzte er nach, sei ein „fehlerfreundliches Klima“ für ertragreiches Denken wichtig.
Richtig gutes Denken funktioniere am besten auf der Basis von viel Bewegung. Wer nicht rückwärts laufen könne, sei auch nicht gut im Rechnen, so Fismer. Viele Probleme, die Schüler heute haben, hätten sie durch mangelnde Bewegung.
In der an das Referat anschließenden Diskussion bemängelte ein Zuhörer, dass Fismer die Spiritualität und Religiosität als Quelle für Kreativität gar nicht erwähnt habe. Dazu fiel dem Wissenschaftler spontan nur der nach innen gewandte Blick als Gemeinsamkeit der Kreativität und Spiritualität ein. Aber das habe eben auch Grenzen, sagte Fismer, der kein grundsätzlicher Gegner von Formeln und Fakten ist.
