BREMEN - SPD und Grüne haben die Bürgerschaftswahl in Bremen klar für sich entschieden. Rot/Grün erreichte am Sonntag bei der Wahl im kleinsten Bundesland laut Hochrechnungen eine satte Mehrheit.

Die Koalitionäre wollen ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Beide Parteien legten zu – insbesondere die Grünen, die wohl erstmals bei einer Landtagswahl die CDU überholen. Die Christdemokraten verloren Stimmen. Die FDP wird aus der Bürgerschaft fliegen. Die Linke schaffte trotz Einbußen den Wiedereinzug in das Parlament.

Es zeichnete sich ein Negativrekord bei der Wahlbeteiligung ab. Sie sank von 57,6 (2007) auf rund 55 Prozent. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige wählen.

Die Bremer SPD zeigte sich sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis. „Wir haben heute großen Grund zur Freude und zum Dank an alle Wähler, die uns das Vertrauen wieder geschenkt haben“, sagte Bürgermeister Böhrnsen unter dem Jubel seiner Anhänger. Er ließ offen, ob die Grünen angesichts ihrer Stärke ein weiteres Ressort bekommen.

Auch die Grünen bekannten sich klar zu einer Fortsetzung der Koalition mit der SPD. „Wir haben ein grandioses Wahlergebnis hingekriegt“, sagte die Grünen-Spitzenkandidatin und Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert.

Die Linke gab sich trotz ihrer Stimmverluste selbstbewusst. Nach Ansicht der Linken-Spitzenkandidatin Kristina Vogt zeigt das Wahlergebnis, dass die Bürgerschaft Druck von links brauche.

Die CDU räumte ihre Niederlage ein. „Wir haben das Wahlziel nicht erreicht“, sagte CDU-Spitzenkandidatin Rita Mohr-Lüllmann.

Die FDP mühte sich dagegen, ihr Wahldebakel herunterzuspielen. FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte, das Ergebnis lasse zwar kein Urteil über den Neuanfang der FDP zu, zeige aber, dass die Liberalen noch einen weiten Weg vor sich hätten.