BREMEN - „Am langen Sonnabend war hier Ballermann 6“, sagt Peter Klugmann von „Fischers Feuerzangenbowle“ auf dem Marktplatz. Während moderate Kälte die Menschen auf die weihnachtlichen Märkte trieb, sorgten Regen und der eisige Frost am vergangenen Wochenende für etwas Frust. Insgesamt zeigen sich die meisten Marktleute aber recht zufrieden.

Drei Tage vor Weihnachten und somit vor Marktschluss beurteilen die Händler von Weihnachtsmarkt und „Schlachte-Zauber“ das Geschäft ganz unterschiedlich. Gewissheit wird der Kassensturz am Mittwochabend geben. Klugmann mit seinen alkoholischen Heißgetränken stellte fest, dass die in diesem Jahr verlängerte Öffnungszeit an seinem Stand keinen spürbaren Zuwachs ergeben habe. „Die Leute haben sich einfach eine Stunde später getroffen“, sagt er. Karl-Heinz Fehrensen auf dem Liebfrauenkirchhof, seit 25 Jahren mit heißem Punsch im Geschäft, hatte an seinem Stand um 20 Uhr noch Gäste, versteht aber auch die kleinen Marktbuden: „Die würden dann gerne Schluss machen.“

Während am langen Sonnabend die Gastronomiebetriebe gefordert wurden, brachte dieser Ansturm in den Abendstunden Wolfgang Hene mit seinem Kunsthandwerk wenig. Trotzdem ist er zufrieden. Erst zum zweiten Mal hat Hene seine „Topferey“ an der Schlachte aufgebaut, und es lief besser als bei der Premiere: „Es ist wichtig, dass die Leute einen kennen.“ Dann höre man ein erfreutes „ah, das ist der Stand vom vergangenen Jahr“ und die Menschen blieben stehen. Nur das Wetter hätte er sich besser gewünscht, ohne verregnete Wochenenden.

Selbst am Stand der „Bäckerbande“ mit dem heißen Ofen galt es am vierten Advent, die Flammkuchen vor den Schneeflocken zu schützen. „Das war schon sehr speziell“, lacht Nicole Gehlen. Erfreut war sie aber über das internationale Publikum. „Es waren viele Niederländer, Malteser und Finnen hier“, berichtet sie und zählt damit ungewollt einen Teil der direkten Ryanair-Flugverbindungen auf. Das deckt sich mit den Informationen der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Sie geht anhand der bisherigen Hotelbuchungen von einem guten Jahr aus. Etwas weniger Skandinavier seien wohl über die Autobahn A1 angereist, dafür zähle man aber mehr Gäste aus den neuen Ryanair-Verbindungen Italien, Spanien und Finnland. Besonders positiv würden die historische Kulisse, die Qualität der Stände und der ungewöhnliche Standort des „Schlachte-Zaubers“ am Wasser erwähnt, berichtet Maike Lucas von der BTZ. Auch immer mehr Auswärtige kommen nach Bremen.