BREMEN - Süßer die Kassen nie klingeln: Im Weihnachtsgeschäft 2010 herrscht sowohl bei den Kunden als auch bei den Händlern Hochstimmung. Nach zwei durchwachsenen Krisenjahren herrsche ein Aufatmen. „Die innere Stimmung, Geld ausgeben zu wollen, ist zurück“, sagt Wolfgang Brakhane.

Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nordsee Bremen freut sich nicht nur für die Geschäftsleute, dass die Verbraucherstimmung „merklich“ angestiegen ist, auch auf das anhaltende Winterwetter ist er gut zu sprechen. „Das ist für uns eine optimale Kombination zum Weihnachtsgeschäft“, erläutert Brakhane. Temperaturen um die null Grad lockten die Menschen in die Stadt – und in die Geschäfte. Sind die Kaufwilligen erst einmal in der Innenstadt, dann bleibe es nicht nur bei der wärmenden Kombination aus Mütze, Schal und Handschuhen für sich selber, dann schaut man sich auch noch einmal in den Citygeschäften nach Weihnachtsgaben um, weiß der Einkaufsexperte.

In der Weihnachtszeit macht der Einzelhandel traditionell einen wesentlichen Teil seines Jahresumsatzes. Gut drei Prozent über dem Vorjahr werde man in der Kaufmannschaft am Ende wohl liegen, mutmaßt Brakhane. Andreas Kürten, Geschäftsführer des Bekleidungshauses C&A, spricht gar davon, das Vorjahr „bei weitem zu übertreffen“. Und noch sind es etwas mehr als zwei Wochen bis zum Fest. Zwei Wochen, die die Einzelhändler nutzen wollen. „Wir haben ausreichend Winterware disponiert“, sagt Kürten.

Nicht nur die zwei kommenden Adventssonnabende, sondern auch die „Lange Shopping-Nacht“ bis Mitternacht an diesem Sonnabend, lassen die Händler frohlocken: „Das ist einer unserer stärksten Tage im Jahr“, sagen Heinz-Jürgen Wagner, Geschäftsführer des Bremer Karstadt-Hauses und Jörg Pantenburg, Geschäftsführer der Galeria-Kaufhof-Filiale unisono. In beiden Warenhäusern laufen die Weihnachtsgeschäfte bestens. Die Stimmung sei gut, und die Menschen hätten spürbare Lust, den Gabentisch mit Geschenken zu füllen. Dem Kundenansturm versucht man mit zusätzlichem Personal zu begegnen. Rund 700 Mitarbeiter sind allein bei Karstadt im Vorweihnachtsgeschäft eingesetzt. Schmuck, Parfüm und Spielwaren sind auch dieses Jahr wieder die Geschenkerenner. Hinzu kommen Gutscheine und das Geschäft nach dem Fest: „Gut 20 Prozent aller Geschenke sind mittlerweile Gutscheine“, sagt Wolfgang Brakhane.