BREMEN - So ein Glück, Sonne. Das passte gut, denn zum Welttag des Buchs hatten Literaturkontor und Literaturhaus, Instituto Cervantes und Stadtbibliothek die Bookcrossing-Aktion Such ein Buch organisiert.
Bookcrossing das bedeutet: Bücher werden an öffentlichen Plätzen versteckt. Oder, in der Sprache der Bookcrosser, ausgewildert. Wer so ein Buch findet, darf es mitnehmen und lesen und soll es anschließend wieder auswildern. Heike Müller vom Literaturhaus sprach von einer Premiere für Bremen. Am Freitag hat sie die mit Plastikfolie und Erklärungszettel versehenen Bücher verteilt. Aber nicht allein: Viele Autoren halfen mit.
Schließlich waren die Autoren es auch, die die Bücher für die Aktion gestiftet haben. Etwa 200 Gedichtsammlungen und Romane, Bildbände und Jugendbücher kamen auf diese Weise zusammen alles Werke von Bremer Schriftstellern. Müller: Die Aktion soll auch dazu beitragen, die Arbeit von Bremern bekannter zu machen.
Auch die Finder und Leser sollen durch die Bookcrossing-Aktion zu Autoren werden. Sie sind aufgerufen, einen kleinen Bericht über ihre Erlebnisse mit dem jeweiligen Buch an die Adresse kontakt@literaturhaus-bremen.de zu schicken. Der Internet-Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Schließlich hat das Literaturhaus Bremen zwar Büroräume in der Villa Ichon am Goetheplatz, ist ansonsten aber eine vollkommen virtuelle Einrichtung. Nur im Netz. Ganz ohne Papier.
Eine erste Reaktion folgte schnell. Finder Sebastian T. schrieb: Sitze an der Weser, super Sonne. Habe nen richtigen Roman gefunden, von Alexa Stein. Kenn ich noch nicht. Dauert etwas mit dem wieder Auswildern, bin kein schneller Leser.
Ausgewildert wurden die Bücher in der Innenstadt und in den Wallanlagen, in Pusdorf, Findorff und Hastedt. Müller: Lyrikbände habe ich auf Bänke am Weserufer gelegt. In der Hoffnung, dass der eine oder andere Spontan-Leser damit dann eine schöne Mittagspause im Sonnenschein verbringen wird.
Zeit mit Büchern verbringen auch Fünftklässler des Schulzentrums Findorff. In der Zentralbibliothek bekamen sie gestern einen Büchergutschein im Wert von 200 Euro, nachdem sie eigene Geschichten vorgelesen hatten. Das Instituto Cervantes verteilte zum Welttag des Buchs nach katalanischer Tradition rote Rosen.
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