BREMEN - Erst die nächsten Generationen seien von den Umweltfolgen betroffen. Daher sei es schwierig, derzeit Bürger für das Thema zu begeistern.

Von Ralf Sussek

BREMEN - Frühlingshaftes Wetter an der Weser. „Der Klimawandel ist angekommen“, sagt Andreas Lieberum vom Sustainability Center Bremen (SCB) – und meint: in den Medien, in den Köpfen der Menschen. Der Projektkoordinator des Forschungsvorhabens „KlimaWandel Unterweser“ will in den nächsten 30 Monaten mit Akteuren aus den Zielgruppen Tourismus, Landwirtschaft sowie Stadt- und Regionalplanung „langfristige Handlungsmöglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel“ erarbeiten, wie es ein wenig sperrig heißt.

„Es ist äußerst schwierig, Bürger zum jetzigen Zeitpunkt zum Handeln zu motivieren, wenn von den Folgen des Klimawandels erst die nächsten Generationen betroffen sind“, sagte Dr. Fritz Heidorn (SCB). Sustainability bedeutet Nachhaltigkeit, und nachhaltig sollen die in den Workshops vermittelten Kenntnisse werden, indem die Teilnehmer sie innerhalb der Zielgruppen weiterverbreiten. Unter anderem mit den gemeinsam erarbeiteten Methoden und Materialien.

„Wir suchen auch den engagierten Landrat“, gab Lieberum die Richtung vor. Unterstützt wird das SCB vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Das kann schon deshalb als besonders fachkundig gelten, weil „das Klima in den Polarregionen gemacht“ wird, wie Dr. Susanne Gatti es formulierte. Die Region Unterweser ist für dieses Projekt gerade richtig, denn Küstenregionen sind von etwaigen Folgen des Klimawandels besonders betroffen.

Ein Grund zur Beunruhigung: 60 Prozent der Weltbevölkerung leben in Küstenregionen. Ein Grund zur Beruhigung: „Das schöne Wetter draußen hat mit dem Klimawandel nichts zu tun. Das sind ganz normale Schwankungen“, sagte Expertin Susanne Gatti.

„KlimaWandel Unterweser“ ist eines von 40 Projekten der Fördermaßnahme „klimazwei“ des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. Als Budget sind rund 500 000 Euro vorgesehen, die Hälfte allein für das Erstellen der Materialien.

Mehr Informationen unter www.klimawandel-unterweser.de