BREMEN - „Jetzt zu jammern, wäre unglaubwürdig“, sagt Dr. Jan-Peter Halves von der City-Initiative. „Der Handel ist nicht unzufrieden“, erklärt Wolfgang Brakhane, der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nordsee.

Das Weihnachtsgeschäft läuft offenbar besser, als viele Beobachter vor dem Hintergrund der Krise erwartet hatten. Im vorigen Jahr habe man zwei bis drei Prozent über 2007 gelegen, so Brakhane. Und in diesem Jahr liege man nur etwas unter dem Vorjahresniveau. „Ein Kaufmann ist ja nie zufrieden, aber wir sind zufrieden“, sagt Böttcherstraßen-Geschäftsführerin Susanne Gerlach. „Wir sind ganz angenehm überrascht.“ Karstadt-Geschäftsführer Heinz-Jürgen Wagner: „Meine Erwartungen sind erfüllt.“ Etliche Kunden kommen von außerhalb. Wolfgang Brakhane: „Das Umland nimmt Bremen gut an.“

Auch außerhalb der Innenstadt überwiegt das Positive. So zum Beispiel im Huchtinger Roland-Center. Managerin Kathrin Landsmann: „Wir sind positiv überrascht. Das ständige Gerede von Krise in den Ohren, haben fast alle Einzelhändler sehr zurückhaltend das Weihnachtsgeschäft geschätzt.“ Doch stattdessen seien die Kunden „in Weihnachtsstimmung gekommen und wollen ein Weihnachtsfest mit Geschenken feiern“. Was sind das für Geschenke? Brakhane: „Absoluter Renner ist alles, was einen Stecker hat.“ Das Spektrum reiche da vom Mobiltelefon bis zum Flachbildschirm. Zudem gefragt: Spielwaren, Süßwaren, Parfümerieartikel. Bereiche, in denen im Weihnachtsgeschäft 30 Prozent des Jahresumsatzes gemacht werden.

Karstadt-Chef Wagner nennt außerdem Schmuck und Uhren sowie „Technik und interaktive Spiele“, besonders „Wii-Spiele“. Susanne Gerlach hat beobachtet, dass in der Böttcherstraße „Schönes für zu Hause“ gefragt ist. Vasen etwa – „weil man sich da lange dran freut“. Die Einzelhändler freuen sich über die gesunkenen Temperaturen. Seit es kälter wurde, gibt es ein heißeres Interesse an Handschuhen und Mützen.