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NWZonline.de Region Bremen

Graue Zeiten für Biergärten an Bremer Bummelmeile

02.11.2017

Bremen Die Biergarten-Saison 2017 an der Gastromeile Schlachte in Bremen ist vorbei. Die Gastronomen sprechen einhellig von einem schlechten Sommer. „Der März begann eigentlich vielversprechend. Aber dann wurde es grottenschlecht. Man konnte die guten Tage an einer Hand abzählen, an denen das Geschäft auf der Terrasse gut funktioniert hat“, sagt Olaf Feldmann, Betreiber vom „Feldmanns Bierhaus“.

Auf die Frage, ob Feldmann schon ein ähnlich schlechtes Jahr erlebt habe, antwortet er: „Ich kann mich da eigentlich nur an 2002 erinnern.“

Schöne Montage

Auch der Verlauf der einzelnen Wochen sei ziemlich ungünstig gewesen. „An den Montagen war es eigentlich immer schön. Aber zu den Wochenenden hin wurde es fast immer schlecht“, sagt Feldmann. Das Wetter sei entscheidend dafür, ob viele Leute überhaupt losgehen. Bei Sonnenschein seien die Terrassen sofort gefragt. „Kaum wird das Wetter gut, schon sitzen die Leute draußen“, sagt Feldmann.

Das wetterempfindliche Sommergeschäft verlangt den Gastronomen viel ab. „Die Kunst der Gastronomie ist an der Schlachte besonders anspruchsvoll. Wer keine Erfahrungen im Bereich Personaleinsatz hat, wird hier arge Probleme bekommen“, sagt Feldmann. „Der Mai ist zum Beispiel sehr stark, wenn das Wetter schön ist. Dann muss man eine Menge Personal einstellen. Später bekommt man die Leute nicht mehr.“ Der Personaleinsatz in seinem Biergarten schwanke zwischen zwei und zehn Leuten. „Wenn um zwölf Uhr die Sonne rauskommt, brauche ich um 13 Uhr mitunter acht weitere Leute. Wir arbeiten mit 450-Euro-Kräften. Die haben ihre Stunden oft nach zehn Tagen voll“, so Feldmann weiter. Würden die Aushilfen zu selten eingesetzt, könne es passieren, dass sie kündigen.

Nach vorne schauen

Da bleibt die Hoffnung auf einen besseren Sommer im nächsten Jahr. „Nach einer schlechten Saison kommt auch wieder eine gute“, sagt Feldmann. „Wir an der Schlachte haben ja auch noch unsere Lokale. Da wird schon keiner pleitegehen.“

Auch Nicu Ferraru vom Lokal „Bodega del Puerto“ spricht von einer eindeutig schlechten Saison. „Wir hatten ein paar Wochen Sommer, dann hat er einfach aufgehört. Im Sommer ist hier das Hauptgeschäft. Die Gastronomen haben alle auch Außenbereiche“, sagt Ferraru. Aufgrund der Position seines Lokals nahe der Bürgermeister-Smidt-Straße wirkte auch der Kajenmarkt mit seiner Anziehungskraft für Besucher nicht stark. Ein weiterer Gastronom sagt zu der Saison nur, man wolle nicht mehr darüber nachdenken, sondern nach vorne schauen.