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NWZonline.de Region Bremen

Leuchtspuren aus Bremen

13.11.2017

Bremen Ein Einzelstück: In sechs Richtungen weist ein großer Wegweiser, montiert auf einem Ständer. Es geht zu einem Theater, einer Promenade und auch zu einem Kletterbereich. Beides darf nicht viel wiegen, denn es kommt an Bord des in Frankreich entstehenden Kreuzfahrtschiffes „Symphonie“. „Das ist alles Manufaktur-Arbeit. Allein der Lackierer arbeitet daran 20 Stunden“, sagt Thomas Robbers, Schilder- und Lichtreklamehersteller bei der Marahrens-Gruppe in Bremen.

Spezialität des Hauses

Solche Schilder sind eine Spezialität des Unternehmens. „Der Einsatz der Schilder auf Schiffen ist gar nicht so viel anders als an Land. Es ist, als ob man eine schwimmende Stadt beschildert“, sagt Janina Marahrens-Hashagen. Die Tochter des Firmengründers Heinrich Marahrens und heutige geschäftsführende Gesellschafterin kam 1982 in das Unternehmen. Damals hatte es 14 beschäftigte, mittlerweile halte sich die Belegschaft stabil bei etwa 200 Personen. Marahrens stattet die Schiffe aller großen Kreuzfahrtlinien aus, gilt als „Hidden Champion“. 1998 übernahm sie die Leitung.

Jedes Schiff sei anders und darum entstünden die Schilder in Einzelfertigung. „Allein in jeder Fahrgastkabine hängen mindestens sieben Schilder“, sagt Marahrens-Hashagen. So werde etwa darüber aufgeklärt, was man nicht in die Toilette werfen darf. Wichtig seien auch die Sicherheitsbeschilderung und Weghinweise und auch Leuchtstreifen, wenn in Notsituationen mal das Licht ausfällt.

Aida-Schiffe beschildern

Die Bremer beschildern auch die „Aida“-Schiffe. Eine Spezialität bei diesen sind die Leuchtbuchstaben am Schornstein. „Insgesamt kommen mehrere Container Schilder für ein Kreuzfahrtschiff zusammen“, sagt Marahrens-Hashagen.

Die Bauaufträge für die jüngsten zwei Schiffe der „Aida“-Serie gingen an Mitsubishi Heavy Industries in Nagasaki (Japan). Auch ein logistischer Aufwand: Die Schilder mussten je nach Stand der Bautätigkeit vor Ort eintreffen und dann an Bord angebracht werden. Aus Bremen waren fünf Mitarbeiter zur Montage in Nagasaki.

Die Beschilderung von Schiffen macht mittlerweile 45 Prozent der Geschäfte des Unternehmens aus. „Wir beliefern weltweit alle Kreuzfahrtunternehmen“, sagt Marahrens-Hashagen. Aber auch an Land sind Schilder des Bremer Unternehmens zu finden. Aus dem Werk stammt zum Beispiel der Schriftzug an der „Waterfront“ in Gröpelingen.

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Mitsubishi Heavy Industries