BREMEN - Der Stadtstaat liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt (2,5 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen.
Von Jörg Esser
„2006 war ein erfolgreiches Jahr.“ Dieses Fazit zog Bremens Wirtschaftssenator Jörg Kastendiek (CDU) gestern bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts. Unter anderem sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent gewachsen – gegenüber 1,1 Prozent im Jahr zuvor. Damit lag das kleinste Bundesland zwar unter Bundesschnitt (plus 2,5 Prozent). Dafür machte Kastendiek Sonderfaktoren, vor allem den Modellwechsel im Sebaldsbrücker DaimlerChrysler-Werk verantwortlich, der dem Automobilbau an der Weser ein Minus von 14,2 Prozent bescherte.
In diesem Jahr soll das BIP mindestens im Bundesschnitt klettern. Stärker als im Bundesschnitt ist in Bremen die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen – um 10,4 gegenüber 7,7 Prozent. „Unser Aufholbedarf ist aber immer noch enorm“, sagte der Senator. Die Arbeitslosenquote lag 2006 im Jahresschnitt bei 10,7 Prozentpunkten.
Wachstumsmotor für die bremische Wirtschaft „sind und bleiben“ die Bremischen Häfen – mit einem Rekord-Umschlagsplus von 19,1 Prozent auf 64,6 Millionen Tonnen. „Das war der Spitzenwert in der Nordrange“, so Kastendiek. Hamburg meldete nur einen Zuwachs von 8,7 Prozent.
Für den Wirtschaftssenator sind die blendenden Zahlen auch ein Beleg dafür, dass sich die Investitionen in den Ausbau der Hafeninfrastruktur – Containerterminal IV und Osthafen sowie Kaiserschleuse in Bremerhaven – lohnen: „Wir fahren auf der richtigen Linie.“
Zulegen konnte Bremen auch im Tourismus. Die Zahl der Übernachtungen sei 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 Prozent auf rund 1,47 Millionen gestiegen, sagte Kastendiek.
Weitere Impulse erhofft sich der Wirtschaftssenator vom Billigflieger Ryanair, der seit Ende März den Bremer Flughafen in seinen Flugplan aufgenommen hat. Für eine Stadt sei es von „psychologisch hoher Bedeutung“, wie viele Ziele von ihr aus direkt zu erreichen seien. Einen „echten Boom“ verzeichnete auch die Überseestadt. 2006 wurden acht Hektar Gewerbeflächen neu vermarktet.
