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NWZonline.de Region Bremen

Silber: Eine krisensichere Wertanlage

09.10.2018

Bremen Unterschiedlicher können die Impressionen nicht sein: Im vorderen Bereich des historischen Fabrikbereichs ein edler Ausstellungsraum im Halbdunkel, wenige Schritte weiter eine Manufaktur wie aus dem späten 19. Jahrhundert. In der Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld, einem der ältesten noch existierenden Unternehmen in der Hansestadt, wird Tafelsilber mit höchster Handwerkskunst und in alter Tradition gefertigt.

„Fast alle Bestecke, die jemals von uns hergestellt worden sind, können wir auf Kundenwunsch nachfertigen und liefern“, sagt Klaus Neubauer mit unübersehbarem Stolz auf das Erbe, das er verwaltet und in die Zukunft steuert. „Manuell hergestellte Meisterstücke aus feinstem 925er Sterlingsilber entstehen hier – Silberbesteck unterschiedlicher Epochen wie Klassizismus, Jugendstil, Barock, Rokoko oder Art déco.“

In ausgeleuchtete Vitrinen und auf liebevoll eingedeckten Tafeln erfährt der Besucher, welcher Art Kleinode hier seit 1829 entstehen. In jenem Jahr eröffnete Gottfried Koch in der Bremer Innenstadt eine Gold- und Silberschmiede. Fünf Jahre später stieß der Steinschneider Ludwig Bergfeld als Teilhaber hinzu, ab 1836 führten sie gemeinsam ihr Juweliergeschäft in der Obernstraße.

„Das heutige Firmengrundstück erwarb 1874 bereits die zweite Generation und errichtete hierauf 1885 das jetzige, seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz stehende Fabrikgebäude mit seinen beiden prägnanten Torhäusern“, sagt Neubauer. Adelshäuser kauften hier ein, Reedereien statten die erste Klasse ihrer Transatlantik-Liner mit den edlen Bremer Stücken aus. Hotels und Restaurants rund um den Globus finden sich ebenso in der Kundendatei wie die deutschen Botschaften rund um den Globus. Sie gelten unter Sammlern als krisensichere Wertanlage.

Und auch gestalterisch setzte die Silberschmiede Maßstäbe. So entstand bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eine eigene Zeichenschule zur Entwicklung eigener Entwürfe. Diese sind nahezu lückenlos in rund 250  Musterbüchern erhalten, den Folianten. „Hinzu kommen etwa 5000  Prägewerkzeuge. Dieser Schatz macht es uns möglich, die historischen Entwürfe jederzeit neu auszulegen“, sagt Neubauer. Das geschieht in der Werkstatt hinter der markanten Fassade.

Mehr als zwei Dutzend Fertigungsschritte sind erforderlich bis zum fertigen Werkstück. Fahrudin Dugalic beherrscht die verschiedenen Herstellungstechniken und die alten Maschinen. „Ich liebe es, dieses edle und nahezu ausgestorbene alte Handwerk an diesem historischen Ort auszuüben“, sagt der 61-Jährige aus Bosnien-Herzegowina. Gerade stellt er einen Löffel her. Das Werkstück ist bereits ausgewalzt und vorgeprägt. An einer gewaltigen Presse, die von einem 27-PS-Elektromotor angetrieben wird, gibt er ihm mit einem Druck von 450 Tonnen seine endgültige Form.

„Wir bieten unsere Kollektionen über eine nationale und internationale Händlerstruktur an, oftmals Juweliere oder Porzellan-Fachgeschäfte im Premium-Segment“, sagt Neubauer.

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