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Wissenschaft Auf Marsmission in Hawaii

Steffen Koller

Bremen - Sie war dem Mars so nah wie keine deutsche Frau zuvor. Sie lebte auf engstem Raum, Kontakt zur Außenwelt war rar. Und doch würde sie es wieder tun. Christiane Heinicke ist Geophysikerin, arbeitet am Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) an der Universität Bremen und verbrachte 366 Tage auf einem Vulkan in Hawaii.

„Ich hab’ mich stinknormal beworben“, sagt Christiane Heinicke. Elf Meter im Durchmesser maß die Kuppel, in der sie sich von 2015 bis 2016 im Rahmen der HI-Seas-Mission (Hawaii Space Exploration Analog and Simulation) aufhielt. Eine simulierte Marsmission. Mitten auf der Erde.

Auf etwa halber Höhe des 4170 Meter hohen Vulkans Mauna Loa, mitten im Pazifik, musste jeder Schritt in die Außenwelt von langer Hand geplant werden. Eben so, als wären die Forscher tatsächlich auf dem Mars. „Die Lebensweise ist ganz anders“, sagt Heinicke rückblickend.

Schwere Schritte

Gehe sie in ihrem normalen Leben mindestens 10 000 Schritte am Tag, waren es dort gerade mal 2 000. Internetzugang? Kaum vorhanden. Kein Telefon, kein Fernseher. Und doch würde sie es wieder tun. „Anderen würde ich das nicht empfehlen“, sagt sie. Gestaltete sich die Forschungsarbeit problemlos, sei das Zusammenleben auf engstem Raum „eher heikel“ gewesen. Es passte eben „nur mit manchen“. Dass die 32-Jährige einmal diese Mission begleiten und sogar ein Buch über ihre Erfahrungen veröffentlichen würde, davon hätte sie vor Jahren wohl nur vage geträumt. In Bitterfeld geboren, studierte sie zunächst Technische Physik in Ilmenau, danach im schwedischen Uppsala Geophysik. Kurz darauf folgte ihre Promotion – mit 27 Jahren.

Kollegen meist männlich

Im Vergleich zu ihren beiden ersten Studiengängen, in denen der Frauenanteil bei etwa 20 Prozent lag, gab es auch Institute, an denen sie die einzige weibliche Studentin war. Gestört habe sie das nie. Einen Satz, den ihr damaliger Doktorvater ihr mit auf den Weg gab, reicht sie gerne an junge Menschen weiter: „Egal, woran man arbeitet, man muss Spaß haben, dann wird man gut.“ Aktuell befasst sich die 32-Jährige mit dem Projekt „MaMBA“, kurz für „Moon and Mars Base Analog“. Ziel sei es, einen Wohnraum zu konzipieren, der langfristig in der Lage ist, auf Mars oder Mond zu stehen. Gebe es die Möglichkeit, den Mars tatsächlich zu bereisen, es wäre für sie „zumindest eine Option“. Doch sie schränkt ein: „Der Flug dauert sechs Monate. Für eine Strecke.“ Genug Zeit, den zweiten Doktortitel unter Dach und Fach zu bekommen.

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