BREMEN - Dass die teilweise sehr unterschiedlichen Vermehrungsstrategien von Weibchen und Männchen die Quelle von Milliarden Konflikten sind, ahnte man schon. Aber so einleuchtend wie bei „Wissen um 11“ wird es selten erläutert.

Dr. Albert Jeltsch, seit 2003 Professor für Biochemie an der Bremer Jacobs University, erklärte im Rahmen der Wissenschaftsmatinee im Haus der Wissenschaft, warum Konflikte zwischen den Geschlechtern ursächlich ein Teil unseres biologischen Erbes sind.

Trotzdem müsse die Frage, ob Männer und Frauen überhaupt zusammen passen, mit „Ja“ beantwortet werden, erläuterte der Wissenschaftler seinen interessierten und staunenden Zuhörern. Kurzweilig und launig beleuchtete Prof. Dr. Jeltsch, mit welch riskanten und kuriosen molekularen Prozessen die Natur für die optimale Entwicklung eines Kindes sorgt.

Der Interessenskonflikt zwischen Frau und Mann beginne bei Menschen und anderen Säugetieren bereits während der Entwicklung der ungeborenen Nachkommen. So sei in der embryonalen Phase Priorität des Vaters, möglichst viele Ressourcen von der Mutter zum Kind umzuleiten, um dessen optimale Entwicklung zu gewährleisten. Die Mutter dagegen müsse ihre eigene Zukunft im Auge behalten und werde ihre Ressourcen daher nur kontrolliert abgeben.

Noch vor wenigen Jahrzehnten sei die Geburt die häufigste Todesursache bei Frauen gewesen. Um in diesem Kräftemessen ein Gleichgewicht zu erlangen, seien die weiblichen und männlichen Gene entsprechend „gepolt“, um eine einseitige Vorteilsnahme auszuschließen, erklärte der Wissenschaftler