BREMEN - „Wenn man auf den Mars möchte und 500 Tage unterwegs ist, dann muss man wissen, wie man sich ernährt“, sagte Dr. Christine Schorr vom Universum. Vier Schulklassen des Schulzentrums Walle, des Gymnasiums Vegesack, des Ökumenischen Gymnasiums und des Schulzentrums Utbremen führten hier jetzt Experimente vor.
Astronautennahrung ist, entweder durch Gefriertrocknung oder Hitzesterilisation, so konserviert, dass sie keine Keime enthält. Wenn dem Essen dann wieder Wasser zugeführt wird, kann man es genießen. „Die Auswahl ist recht vielfältig“, sagte der Physiker Hans Schlegel, Astronaut bei der European Space Agency (ESA), der unter anderem im Februar 2008 an Bord der Internationalen Raumstation ISS im All experimentierte.
Noch auf der Erde suche sich jeder Astronaut aus, was er gerne esse. Doch laut Schlegel verändert sich der Geschmack nach einiger Zeit. Ein ESA-Film erklärte, dass der Geruchs- und Geschmackssinn von Astronauten mit der Zeit schlechter wird. Also essen sie lieber stärker gewürztes Essen. Ansonsten sei alles genauso wie auf der Erde: Es gebe unter anderem Rührei, Hühnchen und Joghurt.
Und worauf muss bei der Ernährung im All geachtet werden? „Knochen- und Muskelabbau ist eines der wesentlichen Themen“, sagte Dr. Martina Heer, Ernährungsexpertin für Weltraumnahrung. Schließlich werden wegen der Schwerelosigkeit viele Knochen kaum noch belastet und daher abgebaut.
Die Schüler der neunten Klasse des Gymnasiums Vegesack experimentierten mit dem Schlucken: Freiwillige tranken im Stehen, Liegen und im Handstand. Im Handstand erntete ein Freiwilliger großes Gelächter, als ihm das Getränk aus der Nase lief. Im Handstand zu trinken, erfordert einen höheren Kraftaufwand für die Speiseröhre – ähnlich wie im Weltraum.
