• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Schiffsparade im Sonnenschein

23.09.2019

Bremen Die „Friedrich“ stößt ein sehr lautes Tuten zum Gruß aus. „Da kommt maritimes Flair auf, wenn man so ein Horn hört“, sagt Kommentator Erhard Köhler (58), Vorsitzender des Bremer Motor-Yacht-Clubs. 150 ganz unterschiedliche Schiffe fahren am Sonnabend bei der großen Schiffsparade mit, ein Höhepunkt der „Maritimen Woche“, die auch mit dem Melitta-Schlachte-Drachenbootcup und einer Wissenschaftsmeile viel Abwechslung bietet.

Es sind viele Gäste an Bord der „Friedrich“. Der Oldtimer ist etwa 120 Jahre alt, wie Köhler schätzt. „Es ist mit Abstand unser ältestes Schiff.“ Auch dabei: drei Amphicars, Amphibienfahrzeuge, Autos, die auch im Wasser schwimmen. Die Fahrer der Cabrios sind ziemlich nahe am Wasser, wenn sie hinterm Lenkrad sitzen. Köhler weiß viel über die Amphicars, etwa, dass sie 80 PS haben. „Die Amphicars kamen aus Lübeck. Dann kam die Pleite. Später wurden sie in Berlin gefertigt“, sagt er.

Disco-Musik an Bord

Eine Yacht wie aus dem Film: Die große, schnittig geformte „Midnight Mover“ gleitet durchs Weserwasser. An Bord läuft Disco-Musik, junge Leute sind in Feierlaune und winken. Helga (72) aus Bremen ist eher zufällig an der Schlachte, aber von der Parade begeistert. „Das ist toll, dass wir das jetzt auch noch sehen“, sagt sie. Ihr Mann Richard lobt die angenehme Atmosphäre.

Viel los ist auch auf der Forschungsmeile. Vor einem Katamaran mit einem großen Rotor steht Stefan Giesen (22), Student im Fach Schiffbau und Meerestechnik an der Hochschule Bremen. Die Studenten sammeln Erfahrungen, indem sie solche Schiffe entwickeln und bauen, sagt er. Zwei Personen können auf dem Katamaran sitzen und in die Pedale treten. Der Rotor saugt Luft, um das Boot voranzubringen. Das Boot ist von 1995. „Heute entworfen und gebaut, könnte das Boot etwa 15 Prozent schneller sein“, sagt Giesen.

Am Stand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hat das „School-Lab“ eine Infrarot-Kamera aufgebaut. Menschen erscheinen in Blautönen. „Normal erscheinen Körper in Rot und Orange. Wir haben die Farbe heute umgedreht, damit die Kinder sich besser erkennen können“, erklärt Johanna Lutter (18), Bundesfreiwilligendienstleistende beim „School-Lab“. Sie hält einen Luftballon vor die Kamera und dahinter ihre Hand. Die Strahlen gehen durch den Ballon hindurch, die Hand ist klar zu erkennen. Ganz anders bei einer Glasscheibe aus. Die Hand verschwindet vom Bildschirm.

70 000 Zuschauer

Die „Maritime Woche“ ist bei dem wunderbaren Sommerwetter ein großer Erfolg. Projektleiter Steffen Rotenhagen schätzt, dass insgesamt etwa 70 000 dabei sind.

Am Sonntag brennt die Sonne beim Drachenbootcup. Die Boote gleiten unter den Augen vieler Zuschauer an der Schlachte durchs Wasser. Das Team der Logistiksoftwarefirma „Cargosoft“ tritt unter dem Motto „Wir sind Greta Thunberg“ an. Alle tragen Perücken mit langen blonden Zöpfen und schwarze T-Shirts mit dem Slogan. An Bord haben sie auch Plakate mit schwedischer Sprache, zum Beispiel „Rodd för Klimatet“, übersetzt „Rudern fürs Klima“.

Das Team „Melitta Coffee Rockstars“ hat sich mit schwarzen Lederjacken und bunt angesprayten T-Shirts ins Boot gesetzt. Das Unternehmen wird in diesem 111 Jahre alt. Und man will die 111 Jahre rocken, erklärt Isabell Eikel, die an der Trommel sitzt. 28 Mannschaften, meist verkleidet, treten an diesem Tag an. Viele paddeln zum ersten Mal und durften am Vortag eine Stunde üben. Wolfram Faust (58) ist Rennleiter. Er war als Kanufahrer bei den Olympiaden 1984 und 1988 dabei. Er sagt: „Je gleichmäßiger das Team paddelt, desto schneller fährt das Boot. Ich habe schon ein Team aus Bodybuildern gegen eine Damenmannschaft verlieren sehen.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.