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NWZonline.de Region Bremen

„Mein Schicksal war die Artistik“

10.01.2018

Bremen Seit Dezember ist das Projekt „Mother Africa“ wieder auf Tour – mit einer Neuinszenierung der Show „Khayelitsha“. Mehr als 30 Akteure aus Ägypten, Äthiopien, Elfenbeinküste, Simbabwe, Südafrika und Tansania wollen den Zuschauern die Kraft des „schwarzen Kontinents“ pointiert, augenzwinkernd und mit viel Leidenschaft auf die Bühne bringen. Dass dies gelingt, davon konnten sich die Bremer bereits mehrfach überzeugen. Jetzt kommt „Khayelitsha“ wieder in die Hansestadt – am Sonntag, 21. Januar, 18 Uhr, in die Glocke. Einblick in die Arbeit mit den Artisten gibt Olaf Neumann, der eine Zirkusschule und ein Casting in Südafrika besucht hat. Manege frei!

Schule begann als Zelt

Hier in Kapstadt hat der ehemalige Hochseilartist Brent van Rensburg (56) vor zehn Jahren ein Zelt aufgestellt. Artistikbegeisterte Kinder und Jugendliche haben in der „Zip Zap Circus School“ ein Zuhause gefunden. In dem 1200 Zuschauer fassenden Theater finden regelmäßig Shows statt.

Als Brent van Rensburg ein Junge war, stieg sein Vater jeden Tag mit ihm auf einen stadtnahen Berg. Er war 15, als er die Schule schmiss, um Trapezkünstler zu werden. Heute wirken seine Töchter Sabine (21) und Saskia (19) in seinen eigenen Shows mit.

Der 25-jährige Jacobus Claassen lebte früher auf der Straße und bildet heute den Nachwuchs aus. 2016 trat er an Halloween gemeinsam mit einem „Zip-Zap“-Kollegen vor dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama auf.

In der Jury sitzt der gebürtige Simbabwer Winston Ruddle (50), ein Weltbürger mit Wohnsitzen in Köln, Daressalam und Australien. Er ist Mitbegründer und Kreativdirektor von „Mother Africa“. Den nimmermüden Perkussionisten für das Casting hat er zwei Tage zuvor in einem Restaurant entdeckt. Wichtig: Die Bewerber sollen verschiedene südafrikanische Tanzstile wie Pantsula, Zulu, Kwaito, Gumboot, Hip-Hop und Contemporary miteinander kombinieren können.

Bevor er sich endgültig entscheidet, unternimmt Ruddle noch einen Abstecher nach Daressalam. In der größten Stadt Tansanias (Ostafrika) befindet sich die von ihm gegründete „Hakuna Matata Circus School“. Hier trifft man auf begeisterte Akrobaten wie Bernard Reuben Lungwa. Der 29-Jährige sagt: „Mein Schicksal war die Artistik.“ Um sein Studium zu finanzieren, gründete er ein eigenes Transportunternehmen. Heute hat er drei Angestellte. Er selbst ist lieber in der Manege. Die Chance, sich bei den waghalsigen Nummern ohne Netz und doppelten Boden zu verletzen, ist laut Bernard äußerst gering.

Sport wichtiger als Essen

Auch der 32-jährige Mrisho Said Mohamed brennt für die Bühne. Mit 14 begann er mit Akrobatik in den Straßen von Daressalam. Sport war für ihn wichtiger als Essen. Irgendwann verstand seine Mutter Tatu Theophily Uchunghi (65), dass ihr Sohn nicht von seinem Traum abzubringen war. 2007 war es schließlich soweit und Mohamed tourte mit André Heller durch Europa. Man merkt ihm an, wie seine Arbeit sein Selbstvertrauen stärkt. Sein Leben in Tansania sei gut, sagt er. Er habe hier eine eigene Familie. In Europa möchte er eigentlich nur sein, um zu arbeiten.

Ruddle, Showproduzent Hubert Schober und auch Heller mit „Afrika! Afrika!“ haben mit ihren Projekten Spuren auf dem Kontinent hinterlassen. Sie haben das artistische Können der Künstler von den Straßen auf die Bühnen dieser Welt gebracht.

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