BREMEN - Da staunen 17 Schüler an der Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamts Bremen (WSA) nicht schlecht: 2000 Badewannen – rund 375 Kubikmeter – rauschen zurzeit pro Sekunde durch das Weserwehr. Spannende Einblicke gab es am Zukunftstag (Donnerstag) auch in anderen Firmen und Einrichtungen.

„Was ist ein Wehr, wozu braucht man einen Stau und wie funktioniert eine Schleuse?“ Berthold Reemts, Leiter des Außenbezirks Habenhausen des WSA: „Aufgabe ist es, den Wasserstand oberhalb des Wehres bei rund 4,50 Meter über Normalnull (NN) zu halten.“ Und weiter: „Der Wasserstand dort ist höher, damit hier auf der Weser Schiffe fahren und Weiden bewässert werden können.“

Die Schüler erfahren und erleben: Eine Schleuse wird benötigt, damit Schiffe den Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterwasser überwinden können. Gerade haben sie eine Schleusung auf der „Dreye“, einem Arbeitsschiff des WSA, absolviert. Die Fallhöhe beträgt unterhalb des Wehres drei bis sechs Meter bei Niedrigwasser.

Weiter geht es zum Weserwehr: In einem Vortragsraum erfahren die jungen Menschen, dass fünf Wehrfelder mit jeweils 30 Meter Breite den Abfluss der Weser durch Stauklappen regulieren. Dann wird es richtig aufregend: Treppenstufen führen in den fast 200 Meter langen Inspektionsgang unter dem Wasser bis auf die andere Wehrseite. „Ich hätte nicht gedacht, dass man hier drunter durchgehen kann“, wundert sich die 14-jährige Celina Öhlrich von der KGS Leeste. Maximilian Mengkowski (12) ist begeistert von den Wassermassen, die bewältigt werden: „Dass 20 000 Badewannen pro Sekunde im Herbst und Winter hier durchrauschen können, finde ich unglaublich.“

Während sich die Schüler beim WSA über Berufe informieren können, gibt der Kreisverband Bremen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Einblicke in die lebenswichtigen Abläufe vom Notruf bis zum Krankenhaus. Bei einem Unfall hat sich Tobias Brünings das Schienbein gebrochen. Aus einer klaffenden, blutigen Wunde steht ein Knochen hervor – von Mitarbeitern des DRK für den „Girls- and Boys-Day“ kunstvoll gestaltet. Jetzt wird der zwölfjährige Schüler, begleitet von 15 neugierigen Teilnehmern und Rettungsassistent Alexander Biernat, mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme des St.-Joseph-Stifts gebracht und bekommt dort einen orangefarbenen Gips verpasst. Was geschieht beim Röntgen, wie funktioniert ein OP-Tisch? Das DRK-Team hat sich viel Zeit genommen. „Damit hoffen wir, Berührungsängste abzubauen“, so Wolf.