BREMEN - „Mädchen sind besser in der Schule und haben ein besseres Sozialverhalten – kurz gesagt, eigentlich steht ihnen die Welt offen. Und dennoch wählt ein Großteil nach dem Schulabschluss nach wie vor einen typischen Frauenberuf wie Friseurin, Arzthelferin oder ähnliches. Berufe, mit denen die jungen Frauen sich kaum selbst gut ernähren können. In typische Männerberufe drängen die wenigsten Mädchen.“

Bremens Frauenbeauftragte Ulrike Hauffe sieht die Gründe für dieses Verhalten in den unverändert gültigen Rollenbildern. Hier ein Umdenken Richtung Handwerk, Technik und Naturwissenschaft zu erreichen, das sei ein Ziel des „Girls’ Days“.

Am 24. April findet der achte „Mädchen-Zukunftstag“ statt. Rund 6000 Mädchen werden dabei laut Bildungssenatorin Renate Jürgen-Pieper (SPD) in 1000 Betriebe hineinschnuppern. Das macht Mädchen „Mut für ihren eigenen Weg“, erklärt Hauffe. Ihren eigenen Weg geht beispielsweise die 13-jährige Julia vom Schulzentrum Lerchenstraße. Für eine kleine Plakatausstellung hat sie u.a. aufgeschrieben: „Der „Girls’ Day“ wird eure Einstellung zu Männerberufen dramatisch verändern.“

Sie hat bereits Heizungsbauern über die Schulter geschaut, diesmal sieht sie sich den Bau von Windrädern an. Erstmals wird der „Girls’ Day“ nicht über die Gleichstellungsstelle, sondern über das Bildungsressort koordiniert. Hauffe hält das für eine gute Idee, so werde eine noch bessere Wirkung in den Schulen erzielt. Diesmal, so Senatorin Jürgens-Pieper, liege der Fokus auf dem Bereich Handwerk. Nur 30 Prozent der Auszubildenden im Handwerk seien Mädchen, so Michael Busch, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. „In rund 80 Berufen sind Mädchen unterrepräsentiert.“ Noch sind in Bremen Plätze für den „Girls’ Day“ frei. Interessierte Mädchen können sich an die Koordinierungsstelle in Bremen unter 0421/36 11 81 97 wenden.