BREMERHAVEN - Hafenschlick aus Bremerhaven soll zukünftig auf einer Spezialdeponie im niederländischen Rotterdam gelagert werden. Für ein entsprechendes Modellvorhaben hat die Hafengesellschaft Bremenports am Donnerstag die Schleusen geöffnet.

Mittelfristig könne etwa die Hälfte der jährlichen Baggermenge von rund 200 000 Kubikmetern ins Nachbarland verschifft werden, sagte am Donnerstag Bremenports-Geschäftsführer Stefan Woltering. Das Verfahren sei günstiger als eine Lagerung in Deutschland und spare Platz auf der eigenen Bremer Deponie in Seehausen. Bis Mitte März sollen zunächst 60 000 Kubikmeter Schlick in das Unterwasser-Baggerdepot „De Slufter“ gebracht werden.

Mit dem Schlick-Export nach Rotterdam will Bremenports ein Problem lösen, das alle deutschen Nordseehäfen in einem unterschiedlich großen Umfang haben. Der Schlick vom Hafenboden ist teilweise mit Giftstoffen belastet und darf seit Ende der 90er Jahre nicht mehr in der Nordsee verklappt werden.

Die erste Lieferung wurde bereits erfolgreich abgewickelt. Das Baggerschiff „Hein“ saugt den besonders mit Schadstoffen belasteten Schlick vor allem in den Bremerhavener Hafenbereichen rund um die dortigen Schiffbaubetriebe auf. Anschließend fährt es zu der Deponie nach Rotterdam. Trotz der 24-stündigen Seereise sei dies nicht teurer als eine Lagerung in Seehausen.

In der Vereinbarung mit Bremerhaven öffnet die Hafengesellschaft „Hafenbedrijf Rotterdam“ laut Woltering die Spezialdeponie erstmals für einen ausländischen Interessenten. „ Möglicherweise wird Hamburg dem Bremerhavener Beispiel folgen, sagte der Bremenports-Chef. Dort fallen jährlich bis zu vier Millionen Kubikmeter Hafenschlick an. Laut Woltering haben die norddeutschen Nachbarn schon nach Deponiemöglichkeiten in Bremen gefragt.