BREMERHAVEN - In Bremerhaven sollen internationale Experten künftig aktuelle und historische Aspekte des Themas Auswanderung erforschen. Das Deutsche Auswandererhaus (DAH) eröffnete am Donnerstagabend im ehemaligen Seeamt der Stadt ein Zentrum für Nachwuchswissenschaftler aus Europa und Übersee, die sich mit Migrationsfragen beschäftigen.

Der Umbau des historischen Gebäudes wurde nach DAH-Angaben von der US-amerikanischen Max-Kade-Foundation finanziert, die den deutsch-amerikanischen Wissenschaftsaustausch fördern will. Mit dem Zentrum will das DAH die Migrationsforschung in Deutschland verstärken.

Die beiden ersten Forschungsthemen des neuen Zentrums befassen sich laut Museumsdirektorin Simone Eick mit dem „Heiratsverhalten deutscher Auswanderer in Cincinnati“ sowie dem Nationenbegriff von Migranten. „Beide Arbeiten beschäftigen sich auch mit der zentralen Frage der aktuellen Migrationsdiskussion, ob und wie sich Einwanderer in ihre neue Heimat integrieren“, sagte Eick.

Nach Angaben der Präsidentin der Max-Kade-Foundation, Lya Pfeifer, war insbesondere das Thema Auswanderung der Grund für die Stiftung, das Bremerhavener Projekt mit 100 000 US-Dollar zu unterstützen. Die Foundation wurde 1944 von dem aus Deutschland stammenden amerikanischen Unternehmer Max Kade gegründet.