BREMERHAVEN - Eine bislang unbekannte Riesenmuschel haben Wissenschaftler aus Bremen und Bremerhaven zusammen mit jordanischen und philippinischen Kollegen entdeckt. Die Art lebe ausschließlich in Korallenriffen des Roten Meeres und werde bis zu 40 Zentimeter lang, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Montag mit. Kaum entdeckt, sei die Art vom Aussterben bedroht; sie mache weniger als ein Prozent der gefunden Muscheln aus.

Die Entdeckung von „Tridacna costata“, der ersten Neubeschreibung einer Muschelart seit 20 Jahren, war den Angaben zufolge ein Zufallsfund. Die Wissenschaftler hatten Riesenmuscheln für Kultivierungsexperimente gesammelt, als ihnen an der jetzt entdeckten Art Besonderheiten im Unterschied zu den zwei ähnlichen Arten auffielen. Molekulargenetische Untersuchungen hätten die Eigenständigkeit der Muschel belegt. Daraufhin hätten die Forscher Funde von Muschelfossilien erneut unter die Lupe genommen, erklärte Folke Mehrtens vom AWI. Die Untersuchung habe ergeben, dass die neue Art früher einen Anteil von 80 Prozent an den Riesenmuscheln gehabt habe. Den Rückgang vor rund 125 000 Jahren werteten die Forscher als ersten Nachweis von Überfischung in der Geschichte der Menschheit.