BREMERHAVEN - Der Bus der Zukunft rollt schon heute durch Bremerhaven. Er ist Teil des bislang größten Forschungsprojektes der EU zum Personennahverkehr und zeichnet sich durch neue Informationssysteme für Fahrgäste aus.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich der gelb-weiße Gelenkbus nur wenig von den übrigen Fahrzeugen des kommunalen Verkehrsbetriebes Bremerhaven-Bus. Doch er hat es buchstäblich in sich, vor allem Fahrgastinformationssysteme, die den heutigen Haltestellen-Ansagen weit voraus sind. Immerhin handelt es sich bei dem Wagen, der im regulären Liniendienst fährt, um den europaweit ersten Bus der Zukunft.
Komfortablere Fahrt
Er ist Teil eines von der EU mit 26 Millionen Euro finanzierten Forschungsprogramms, das neue und komfortablere Wege im Personennahverkehr ebnen soll.
Das „European Bus System of the Future“, kurz EBSF, kurvt seit einigen Wochen im Liniendienst durch Bremerhaven.
Das bislang größte EU-Forschungsprojekt für den Personennahverkehr beschäftigt sich mit Details. Das Ziel: „Der Bus der Zukunft muss noch attraktiver sein als heutzutage,“ sagt der verantwortliche Projektkoordinator beim Fahrzeughersteller „Daimler Buses - EvoBus GmbH“, Helmut Warth. „In Bremerhaven erproben wir die entsprechenden Fahrgastinformationssysteme“, erläutert er.
Für den Fahrgast offenbart sich dies unter anderem in einem bunten Lichterspiel. Wenn das Fahrzeug hält, leuchten die Türrahmen von außen für den Einstieg „Grün“ und für den Ausstieg „Rot“. Im hinteren Teil des Busses signalisieren rote und grüne Leuchtdioden an der Decke freie Sitzplätze.
Informationen in Echtzeit
Auffallend sind die sechs großen Flachbildschirme im Fahrzeug und an dessen Außenscheiben. Sie informieren bereits an der Haltestelle über die Streckenführung, die nächsten Haltestellen sowie die Verbindungen. Auch Nachrichten sollen über die Bildschirme flimmern.
Die technische Besonderheit: Der erste in Europa rollende Bus der Zukunft stellt den Fahrgästen alle Informationen in Echtzeit zur Verfügung. Das Herz der Anlage ist ein Computer mit Touchscreen neben dem Fahrer. Er steuert das System und liefert alle Informationen in Echtzeit, denn der Bus-Computer wird von außen mit Daten versorgt. Auch Fahrkarten kann er drucken.
Neben den fünf führenden europäischen Busherstellern sind die kommunalen Busbetriebe unter anderem aus Budapest, Göteborg, Madrid und Rom beteiligt. Der Fokus der Bremerhavener richtete sich auf gut sichtbare, umfassende und verständliche Informationssysteme, um die Fahrt auch für Senioren leicht zu machen.
