BREMERHAVEN - Die Wissenschaftler am „Deutschen Schifffahrtsmuseum“ (DSM) in Bremerhaven sprechen von einem „Quantensprung für die Schiffsarchäologie“. Erstmals können sie ein digitales und dreidimensionales Messsystem zur Dokumentation von Schiffsfunden einsetzen. „Wir sind jetzt schneller und bekommen gegenüber dem Handaufmaß einen enormen Zuwachs an Genauigkeit,“ erklärt der Diplom-Restaurator Michael Sietz.

Möglich macht dies das „Faro“-Messsystem mit Laserfunktion. Das DSM hat es mit einer Spende seines Fördervereins zur Jahreswende angeschafft, um – so ein Sprecher – „den immer größer werdenden Anforderungen im Bereich der Nassholzkonservierung und Schiffsarchäologie gerecht werden zu können“.

In der Automobilindustrie gehört die dreidimensionale Vermessung – etwa von gefrästen Motorblöcken – zum Alltag, um die Fertigungsgenauigkeit zu prüfen. In der Archäologie ist diese Messmethode hingegen noch vergleichsweise neu.

Bisher musste jedes archäologische Fundstück – von der Hansekogge über das Flussschiff vom Rhein aus der Zeit um 1000 nach Christi Geburt bis zu den Weserlastkähnen aus dem 17. Jahrhundert – mühsam per Hand dokumentiert und danach zur weiteren Bearbeitung digitalisiert werden. „Ein immenser Arbeitsaufwand, der nur von qualifiziertem Fachpersonal bewerkstelligt werden kann“, so Sietz. Mit dem neuen Gerät führt er die Hartmetallspitze des beweglichen Messarms in einem Raster über das Objekt. Die Ergebnisse der Messpunkte werden direkt in eine CAD-Software übertragen. So entsteht ein digitales dreidimensionales Modell, das bearbeitet werden kann.