BREMERHAVEN - Das Warten hat ein Ende. Nach mehreren Monaten Sanierungsarbeiten ist das Koggehaus im „Deutschen Schiffahrtsmuseum“ (DSM) in Bremerhaven ab sofort wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Das teilte ein Museumssprecher am Freitag mit.
Noch müssen Exponate gerückt und die neue Klimaanlage eingestellt werden, sagte Hans-Walter Keweloh, im DSM verantwortlich für die Schifffahrt des Mittelalters. Damit sei zunächst einmal die Bausubstanz des maroden Koggehauses von 1974 gerettet, so Keweloh. Die Bremer Hansekogge von 1380 (bei Bauarbeiten 1962 in der Weser bei Bremen gefunden) steht sicher – bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und 20 Grad Außentemperatur.
Neuorientierung
Die komplette Koggehalle in ihrem Endzustand soll jedoch erst 2014 präsentiert werden, wenn alle Neubauarbeiten im DSM abgeschlossen sind. So sieht es der Masterplan für die Neuorientierung des Nationalmuseums vor.
Das bedeutet, dass die Besucher auch beobachten können, wie die DSM-Forscher und Handwerker dem historischen Handelsschiff ein neues Stützkorsett anpassen. Wie das aussehen wird, daran tüfteln die Wissenschaftler gegenwärtig. Die bisherige Konstruktion hat sich nicht so bewährt, dass sie der Kogge eine sichere Zukunft garantieren kann.
Keweloh erläutert das Problem wie folgt: „Das Polyethylen-Glycol-Bad, in dem die Koggehölzer von 1980 bis 1999 konserviert wurden, hat zwar sehr gut gewirkt, aber die künstliche innere Stabilisierung der über 600 Jahre alten Eichenhölzer ist zu elastisch.“ Und deshalb soll die Kogge künftig nicht wieder aufgehängt werden. Es werde vielmehr nach einer äußeren Stützkonstruktion gesucht. Wie die Stützen nun aussehen werden, „das sind alles noch ungelegte Eier“, sagte Keweloh.
Beim Bau gepfuscht
Für ihn ist wichtig, dass die Besucher soviel wie möglich von der Kogge sehen können. Dabei soll auch deutlich werden, dass die Bremer Werft um 1380 beim Bau der Kogge „ganz schön gepfuscht hat“, so Hans-Walter Keweloh. Da wurde nicht das beste Eichenholz von der Oberweser genommen. Noch während des Baus wurden Astlöcher „ausgeflickt“ und vom Biegen über Feuer zeigen die Koggeplanken auch deutliche Brandspuren.
