BREMERHAVEN - Der rote Dreimaster mit dem elegant geformten Klipperrumpf gilt als eines der schönsten Originale in der Flotte des „Deutschen Schiffahrtsmuseums“ (DSM). Im September wird das Feuerschiff „Elbe 3“ 100 Jahre alt. Zwei Jahre aber wird seine Wiederherstellung noch dauern, erklärte ein Museumssprecher.

„Fast das halbe Schiff“

Außen hatte man dem 1909 auf der Eiderwerft in Tönning – im Auftrag der Königlichen Wasserbau-Inspektion – als Feuerschiff „Eider“ gebauten 44-Meter-Segler ja nichts angesehen. Bis auf ein paar sichtbare Schäden. Als Jörg Geier (62) seine Handwerker an die Arbeit schickte, um eben diese zu reparieren, kam ihnen allerdings „fast das halbe Schiff entgegen“, so der Sprecher weiter. „Aus der Reparatur wurde und wird nun eine Grundsanierung bei Anwendung strenger musealer Grundsätze. Und das dauert“, erläutert er.

„Elbe 3“ ist kein „normales“ Feuerschiff, wie es sie noch vor gut 40 Jahren auf vielen Seestationen in Nord- und Ostsee gab. Der Dreimaster mit dem zehn Meter langen Klüverbaum wurde mit einer 150 Quadratmeter großen Besegelung ausgestattet. Der Sprecher: „Sie sollte verhindern, dass bei einem Ankerbruch das Feuerschiff – damals noch mit Petroleum-Lichtern ausgestattet – selber zum Opfer der Sandbänke vor der Eider wurde.“ Trotzdem passierte das dreimal. Die Besegelung half da auch nicht. Zuletzt musste ein Bergungsschlepper in der Sturmflut von 1962 den Dreimaster auf den Haken nehmen. „Elbe 3“ war bis zum Mai 1967 im aktiven Einsatz.

Wer das Schiff heute nur von außen sieht und es nicht von innen kennt, der ahnt womöglich nichts vom „Schatz“ des Feuerschiffs – von seinem Innenleben. Die Einrichtung nämlich entspricht noch dem Zustand von 1909. Jörg Geier drückt es so aus: „Das ist eine Top-Einrichtung, die wir nicht ohne Grund sorgfältig ausgebaut und zur Restaurierung eingelagert haben.“

Wieder an Land

Von innen wieder nach außen: Inzwischen suchen die Museumsleute nach einer Möglichkeit, „möglichst publikumsorientiert“ die Sanierung und Restaurierung der „Elbe 3“ im Unterwasserbereich fortzusetzen. Das Schiff soll noch im Jubiläumsjahr an Land gesetzt werden – denn nach der Sanierung von Deck und Rumpf über Wasser muss nun auch am Unterwasserschiff genietet werden.

Nieter gelten im deutschen Schiffbau als „ausgestorben“. Nur wenige beherrschen noch die Kunst und das Handwerk dieser alten Schiffbautechnik.

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