BREMERHAVEN - Das Warten auf ein Ende der Wirtschaftskrise bewegt Bremens Spediteure. Bis dahin gelte es, die „Wachstumspause“ als Chance zu nutzen – etwa für Investitionen in die Infrastruktur. Eine Einschätzung, die gegenwärtig aus vielen Wirtschaftszweigen zu hören ist. Und eben auch beim Verein Bremer Spediteure, der Donnerstagnachmittag im World Trade Center (Birkenstraße) zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung zusammenkam.

Abwärtstrend flacht ab

Zuvor erläuterten Vorstandsmitglieder die Situation ihres Gewerbes. Motto: Es geht nicht mehr so tüchtig abwärts – und womöglich kommt die Trendwende noch in diesem Jahr. Dafür spricht auch, dass die Speditionen mehr junge Menschen ausbilden als die Unternehmen in Industrie und Groß- und Außenhandel. 683 Verträge gibt es momentan, 250 neue sollen in diesem Jahr hinzukommen. Thomas Herwig (Röhlig), Vorstandschef des Vereins: „2009 ist das erste Jahr mit schrumpfender Weltwirtschaft seit 1948. Es wird aber nicht das schlechteste Jahr seit 1948, sondern immer noch ungefähr auf dem Niveau von 2006 liegen.“ Für die kommenden Jahre erwarten die Spediteure einen starken Anstieg des Containerverkehrs über See. In der Luftfahrt ist die Lage stärker angespannt als in der Seefahrt. So sank das Frachtvolumen im Dezember 2008 um 22,6 Prozent.

Die Abwärtskurve aber flacht auch hier ab. Der Rückgang der Volumina ist nicht mehr so stark wie im Dezember, Januar und Februar. Möglicherweise gebe es im dritten Quartal wieder leicht ansteigende Volumina, so die Hoffnung der Bremer Spediteure. Simon Reimer (BWG Reimer), stellvertretender Vorstandschef des Vereins, fügt jedoch hinzu: „Alles, was mit Häfen zu tun hat, hat sich noch nicht erholt. Die Einbußen lagen in der Spitze bei 30 Prozent.“

Problem Umweltzone

Kummer bereitet den Spediteuren die Umweltzone mit ihrer „nicht messbaren“ Wirkung. Auf Unverständnis stößt, dass Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Militär – nicht zuletzt aus Kostengründen – ausgenommen seien. Für Ärger sorgt auch die Mautregelung: „Fahrzeuge von 2006 sind plötzlich veraltet.“ So dürfe mit Investitionen privater Unternehmen nicht umgegangen werden, klagen die Spediteure.

Die Spediteure forderten die Bundesregierung auf, verstärkt in den Ausbau der Bahninfrastruktur sowie der Autobahnen zu investieren. Das „Machtwort“ von Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) zum Weiterbau der A 281 sei hier der richtige Schritt.