• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Literatur: DDR-Alltag zwischen bunten Buchdeckeln

24.12.2010

BREMEN Wenn „Frau Elster“ und „Herr Fuchs“ beim „Sandmännchen“ ihre Dialoge spinnen, wenn zwischen Buchdeckeln die Welten von „Tuppi Schleife“, vom „Schulgespenst“ und vom „Schweinchen Jo“ lebendig werden – dann ahnen die jungen Zuschauer und Leser von der Geschichte hinter diesen Figuren nur wenig. Denn die liegt in der DDR.

Genau das ist jetzt Thema einer Ausstellung, mit der die Bremer Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) das Jahr ihres 350. Geburtstags beschließt. Zumindest den etwas älteren Kindern etwas über deutsch-deutsche Geschichte durch die Hintertür beizubringen – das ist der Gedanke hinter der Ausstellung, die anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit im Herbst zu sehen war. Die Schau mit dem Titel „Zurückgeblättert – Kinderbücher und Kindheit in der DDR“, das Projekt eines Teams um Corinna Gerhards vom Institut für Bilderbuch- und Erzählforschung an der Bremer Universität, richtete sich an Familien und Kinder ab der dritten Schulklasse.

Brücke in die Vergangenheit

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In der Staats- und Universitätsbibliothek ist „Zurückgeblättert“ jetzt noch einmal zu sehen – aber ergänzt um Erfahrungsberichte von Studenten, die beobachtet haben, wie die jungen Besucher auf das Thema DDR reagierten und sich damit auseinandersetzten.

Wie bringt man Kinder zu einem Thema, das sehr weit von ihnen entfernt ist? Dass etliche der DDR-Kinderbuchfiguren nach wie vor präsent sind, gewinnt hier eine Brückenfunktion. Hinzu kommt die Zeitlosigkeit vieler Geschichten. Zudem wurde versucht darzustellen, „was Kinder in der DDR im Alltag bewegte“, so der Literaturwissenschaftler Professor Michael Nagel. Wie war das etwa, Pionier zu werden? Halstuch, Zusammenhalt, Zeltlager: „Das hat vielen gut gefallen“, sagt Nagel. Wie war das aber, wenn das Kind zum Beispiel aus einer religiösen Familie kam – und keine Empfehlung für eine weiterführende Schule bekam. An solchen Punkten können Schulkinder von heute spüren, was es bedeuten kann, in einer Diktatur zu leben. Ein weiterer Punkt: Militarismus schon für die Kleinsten, sichtbar etwa in einem Panzerbastelbogen für Vorschulkinder. „Das ist aber nicht richtig“, hätten viele junge Ausstellungsbesucher von sich aus gesagt, so Nagel.

Einfach gut erzählt

Militarismus, Linientreue, Ideologie – das ist nur ein Aspekt der DDR-Kinderbuchproduktion. Sicher, die Ordnung bleibt bestehen. Individualisten kehren in der Regel wieder ins Kollektiv zurück. Die Ausstellung führt aber auch vor Augen, dass viele DDR-Kinderbücher – frei von politischen Ober- und Untertönen – einfach gut erzählte und von renommierten Künstlern illustrierte Geschichten boten und bieten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.