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NWZonline.de Region Bremen

Der Bewahrer des deutschen Volksliedes

22.04.2013

Bremen Der Bremer Musiker Michael Zachcial tourt mit seiner Formation „Die Grenzgänger“ seit 20 Jahren durch halb Europa. Die Folk-Gruppe interpretiert Volkslieder neu, viermal wurde sie dafür mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. „Volkslieder sind ein spannendes Medium, um Geschichte zu begreifen“, sagt der 49-jährige. Viel Zeit hat er schon damit verbracht, Jahrhunderte alte Volkslieder auszugraben. Seit 17 Jahren stellt er sie auf seine Internetseite.

Was als Arbeitsgrundlage für seine Produktionen begann, hat sich als viel genutztes Angebot im Netz entwickelt. Seine Webseiten umfassen 6700 Liedtexte und rund 1000 Kinderreime. Damit bieten sie nach Angaben von Zachcial das größte gebündelte Repertoire an deutschen Volksliedern im Internet. Im letzten Jahr registrierte er über vier Millionen Besucher.

Bekannte Lieder wie „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ oder „Bei Müllers hat´s gebrannt“ sind ebenso zu finden wie fast vergessene Lieder wie das von der Schlangenköchin aus dem 16. Jahrhundert. Die meisten Internetnutzer suchten nach ganz bestimmten Liedern. „Da braucht der Vater den Text von einem Schlaflied für sein Kind oder der Enkel für den 90-jährigen Opa den Text für ein Lied, das dieser früher immer gesungen hat.“

Volkslieder und Reime seien etwas, was Menschen verbinde, betont der Musiker. Dennoch werde das Volkslied stiefmütterlich behandelt. „Es hat bei vielen einen schlechten Ruf“, sagt Zachcial. Das liege aber eher an einem Missverständnis. Denn es gehe nicht um den Schlager, sondern um die musikalische Überlieferung von Ereignissen und Befindlichkeiten.

Spannend finde er, dass Kinder immer noch den Reim „Fang mich doch, du Eierloch“ riefen. „Kein Mensch weiß, was ein Eierloch ist, der Ausdruck steht nicht im Duden“, sagt Zachcial. „Kinder sind die eigentlichen Hüter der Volkslieder und Reime“, sagt der Liedermacher. Deshalb hört er sich am liebsten unter ihnen um, wenn er auf der Suche nach altem Liedgut ist.

Das meiste Material findet er aber in Datenbanken oder in alten Liederbüchern. So möchte er die Bibliothek des Freiburger Forschungsinstituts auswerten und zum 100. Jahrestag des Weltkriegsbeginns im nächsten Jahr eine Auswahl auf mehreren CD und einem Buch herausbringen. Und natürlich sollen die Lieder sein Internetangebot erweitern.


     www.volksliederarchiv.de 
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