Bremen - Die ordentlich aufgestellten Stühle auf dem Marktplatz blieben leer. Kein Mensch wollte sich beim verkaufsoffenen Sonntag in der Bremer Innenstadt und im Viertel im Regen nach draußen setzen – wen wundert’s. So gehörte der verregnete Shopping-Sonntag nicht gerade zu den besten seiner Art.
Diese Bilanz zog am Abend auch Dr. Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative, dem Zusammenschluss der Bremer Innenstadt-Kaufleute. Die meisten Geschäftsleute seien nicht zufrieden, aber das Wetter sei leider nicht zu beeinflussen. Er setzt auf die nächsten verkaufsoffenen Sonntage, „da wird‘s bestimmt schöner.“
Wer sich am Sonntag nicht ins Bett, ins Wohnzimmer oder vor den Kamin verzogen hatte, der war gut ausgerüstet (vorwiegend im Auto) in die Stadt gestartet. Der Regenschirm war das wichtigste Utensil. Andere Bummler trugen dicke Kapuzenjacken oder Mützen. Einige wetterfeste Männer klappten einfach den Kragen hoch und stapften unverdrossen durch die Straßen.
Nutznießer waren die Passagen und Warenhäuser. Orte, in denen es reichlich zu schauen gab, ohne dass man nach draußen musste. So herrschte auch in der Lloyd-Passage dichtes Gedränge. Hier gab es für die Aussteller der Reisemeile nichts zu klagen. Sie verteilten Prospekte, beispielsweise zu Aktivangeboten an Saale und Unstrut, und plauderten mit den Passanten über das grüne Ostfriesland.
Eine magische Anziehungskraft übten auch Schuhgeschäfte aus, jedenfalls für Frauen. Männer suchten sich hier wie auch in Bekleidungsgeschäften gern zu allererst ein ruhiges Fleckcken zum Sitzen, während die Partnerin in den Regalen stöberte. Total angesagt in dieser Saison: blaue Schuhe.
