Bremen - Es hat geklappt. Im Endspurt sozusagen. Nachdem die Akten beiseitegeschoben wurden, gab es eine glückliche Lösung für den 15-jährigen Gabriel aus Delmenhorst. Der schwerkranke Junge durfte die Intensivstation in der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen verlassen und nach Hause zurückkehren. Möglich machte das der Einsatz eines Kinderpflegedienstes.

Gabriels Weg schien vorgezeichnet: Nach seiner Entlassung sollte er in ein Heim gebracht werden. Die Ärzte, die Schule und das Sozialpädagogische Zentrum (SBZ) wussten keine andere Lösung. Gabriel leidet an Muskeldystrophie, seine Kräfte schwinden von Tag zu Tag. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen und muss zusätzlich beatmet werden. Wegen einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung wurde er in der Bremer Kinderklinik behandelt.

Dann schaltete sich Oberärztin Dr. Carola Titgemeyer ein und bat den ambulanten Kinderkrankenpflegedienst „Krank und Klein – bleib daheim“, die Familie zu besuchen und sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Bis dahin hatten alle Beteiligten lediglich nach Aktenlage entschieden“, heißt es rückblickend.

Pflegeberaterin Petra Harries fuhr zur Familie und besprach mit Mutter Kamilla, wie die Versorgung von Gabriel gelingen könnte. In einer Helferkonferenz besprachen Ärzte, ambulanter Kinderkrankenpflegedienst, Mitarbeiter der Schule, Hilfsmittellieferanten und andere Kooperationspartner die Ausgangslage und den Weg der Versorgung. „Wir sind alle sehr froh, dass wir diese gemeinsame Lösung im Sinne der Familie gefunden haben“, sagt Harries. „Gabriel ist glücklich, dass er zu Hause ist. Und seiner Mutter hätte es das Herz zerrissen, wenn er gegen ihren Willen in einem Heim untergebracht worden wäre.“

Mit Hilfe einer Pflegefachkraft kann Gabriel jetzt auch wieder die Schule besuchen. Falls sich seine Atmung wieder einmal spontan verschlechtert oder die Kanüle in der Luftröhre verrutscht und Atemnot auftritt, muss eine speziell ausgebildete Kinderkrankenschwester schnell reagieren.