Bremen - Häschen, Frack und Zylinder suche man bei ihnen vergeblich, kündigten die „Ehrlich-Brothers“ an. Und tatsächlich: Mit dem klassischen Zauber-Image hat die Show der beiden Illusionisten nichts zu tun. Stattdessen zischte, qualmte und dröhnte es am Mittwochabend im ausverkauften Musicaltheater.
Es ist vor allem die Mischung aus meist undurchschaubaren schlichten Tricks und aufwendigen Illusionen, die den Auftritt der beiden Brüder in ihrer Show „Magie – Träume erleben“ recht kurzweilig macht. Und ihre Qualitäten als Entertainer. Viel Witz beweisen Andreas und Chris Ehrlich beim direkten Spiel mit dem Publikum, das vor allem in den ersten Reihen nicht sicher ist vor den Späßen der Brüder.
Die Zuschauer werden Teil jedes Showelements. Was ist härter – der menschliche Wille oder Stahl? Chris legt sich unter eine Stahlplatte, die zuvor von einem Jungen aus dem Publikum mit einem Hammer auf ihre Festigkeit geprüft wurde. Noch ein Tuch darüber gedeckt und dann räkelt sich Chris – begleitet von Feuereffekten – mit seinem Körper scheinbar durch das eigentlich undurchdringliche Hindernis. Als Comedian und Bauchredner bringt Andreas Ehrlich mit seinem gedankenlesenden ägyptischen Kamel „Alexandrio“ die kleinen und großen Zuschauer zum Lachen. Und natürlich zum Staunen, als auf Alexandrios Tafel tatsächlich der von Zuschauerin Alina genannte Ort „Oyten“ auftaucht. „Ich gehöre ganz sicher nicht zum Zauberer-Team“, zeigte sich die Bremerhavenerin später völlig sprachlos.
In der Folge zaubern die Magier nicht nur eine Sektflasche und ein Glas Weißbier aus dem Ärmel, sie haben noch Spektakuläreres vor: Eingebettet sind die Illusionen der beiden Brüder, die als die neuen Stars der Magierszene gelten, nicht etwa in eine glitzernde Zauberwelt, sondern in eine übergroße Werkstatt mit Fässern und blinkenden Maschinen.
Vor den Augen der Zuschauer wollen sie echte Bahnschienen verbiegen. Zum Beweis trennen sie mit schwerem Gerät, Schutzmontur und sprühenden Funken ein Teil der Schiene ab. Begleitet von allerhand Pyrotechnik, verbiegen die Zauberer die beiden Teile so, dass sie anschließend ein Herz ergeben. Das Buch des Lebens gibt einen Rückblick in die Kindheit der Brüder und zeigt deren frühen Wunsch, Zauberer zu werden und ihren Traum zu verwirklichen.
Als solche verblüffen sie nun als Gedankenleser und Entfesselungskünstler: Festgeschnallt, entkommt Chris Ehrlich in kürzester Zeit gewaltigen, rotierenden Sägeblättern und taucht unversehrt im Publikum wieder auf.
Traumhaft wird es zum Abschluss, als die Ehrlich-Brüder es aus ihren Händen schneien lassen. Wenngleich einige Interaktionen mit den Zuschauern doch hätten kürzer ausfallen können, feiert das Publikum die gelungene Show des Brüderpaars mit viel Beifall.
