Bremen - Menschen drängen von Show zu Show. Kostüme können anprobiert und auch gekauft werden. Beim „Tag der offenen Tür“ wurde es im Theater Bremen richtig voll. Die Führung durch die Werkstätten zeigte das Bühnenleben von einer ungewohnten Seite.

Mehr als 400 Angestellte hat das Bremer Theater. Sie alle machen das breite Programm des Mehr-Sparten-Hauses möglich und wirken dort, wo die Zuschauer nicht vorbeikommen. An diese Orte führte Christian Pape beim „Tag der offenen Tür“ eine Besuchergruppe. Die Gäste erlebten die Räume abseits der Bühne als Orte, an denen das Handwerk blüht.

„Für mich ist ein Stück fertig, wenn die bestellten Sachen aus der Schlosserei raus sind“, so Pape. Das ist meist lange vor Spielbeginn, denn die Tischlerei liefert von allen vertretenen Gewerken als erstes. In der Rüstungswerkstatt finden Besucher zwar keine Rüstungen vor, aber eine ordentliche Ladung Technik. Im Reich des Stahlbauschlossers und Pyrotechnikers André Poggemann zeigt einen Geldautomaten, der per Fernbedienung die Scheine rausgibt, und lässt ein mechanisches Pferd per Knopfdruck galoppieren.

In der Tischlerei ist Leichtigkeit geboten. Häufig bauen die sechs Tischler und zwei Azubis Elemente, die aussehen sollen wie Mauern. „Die müssen leicht sein und gut zu bewegen. Meist benutzen wir hier vier Millimeter dickes Sperrholz“, so Tischler Jens Fischer. Wenn Leichtbau nicht möglich ist, dann liefern die Schlosser ein Gerüst zum Verkleiden – gleich mit Rollen dran.

Riesige Bilder gibt es im Malersaal zu bestaunen. „Traditionelle Barockmalerei wird heute nur noch wenig bestellt. Zurzeit sind Plastiken gefragt“, so die Malerin Sandra Garst. Herrinen der Kostüme im Theater sind Ute Töbelmann und Angela Borchers. „Die Sachen müssen echt was aushalten. Schauspielerei ist ein Hochleistungsjob, bei dem auch die Kostüme ordentlich belastet werden“, so Borchers.

Nicht nur die Führungen waren ein Erfolg, auch die Darbietungen der Künstler fanden beim Tag der offenen Tür reichlich Zuschauer. „Wir sind sehr zufrieden“, freute sich Theatersprecher Frank Schümann.