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NWZonline.de Region Bremen

Ein Ort erinnert an Afrika

19.07.2014

Bremen Bremen hat seit Freitag einen Nelson-Mandela-Park. Die Grünfläche rund um das Antikolonialdenkmal – den Elefanten – in der Nachbarschaft von Hauptbahnhof und Bürgerweide trägt jetzt den Namen des südafrikanischen Freiheitskämpfers und Friedensnobelpreisträgers.

Am Anfang stand ein Bürgerantrag im Beirat Schwachhausen, sagt Ralph Saxe (Grüne). Der Bürgerschaftsabgeordnete ist Vorsitzender des Vereins, der sich um den Elefanten kümmert. „Wir haben den Ball gern aufgenommen.“ Anlieger und Nachbarn, zu denen auch die Innere Mission mit ihrem Sitz an der Blumenthalstraße gehört, wurden eingebunden. Saxe: „Ein Beispiel für eine sehr gelungene Kooperation einer Stadtgesellschaft.“

Zwei grüne Stelen mit erläuternden Texten erklären nun den Namen des Parks und die Geschichte des Elefanten. Bisher hatte die Grünfläche keinen Namen. Musik, Reden und Chorgesang, afrikanische Leckereien und Beiträge von Schülern des Hermann-Böse-Gymnasiums, Lesungen und Politikerauftritte – so wurde die „Parkeinweihung“ am Freitagnachmittag gefeiert.

Optisches Zentrum der Parkanlage an der Gustav-Deetjen-Allee ist der monumental wirkende, zehn Meter hohe Elefant aus dunkelrotem Oldenburger Klinker. An dem Standbild lässt sich ein veränderter politischer Umgang mit dem Erbe des Kolonialismus ablesen. Der Elefant ist 1931/32 als „Kolonialehrenmal“ errichtet worden.

Mit dem Verlust der Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg mochte sich manch vermögender Bremer kaum abfinden, zählte die Hansestadt doch einst zu den Profiteuren des Kolonialhandels. Der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz (1834 bis 1886) zum Beispiel hatte Deutsch-Südwestafrika – heute Namibia – „erworben“.

Den Bremer Elefanten hatte der Bildhauer Fritz Behn (1878 bis 1970) entworfen, der für seine Tierdarstellungen bekannt war, nicht aber für demokratisches Engagement. 1927 wurde er Mitarbeiter des NSDAP-Organs „Völkischer Beobachter“. Den Bau des Elefanten führte Behn nicht selbst aus, das machte der Bremer Architekt Otto Blendermann (1879 bis 1944).

Im Jahr 1989 hat Bremen beschlossen, das Denkmal umzuwidmen. 1990 wurde der Elefant als „Antikolonialdenkmal“ neu eingeweiht – samt Bronzetafel, auf der es heißt: „Afrika hat in Bremen neue Freunde gefunden. Dieses Denkmal ist ein Symbol für die Verantwortung, die uns aus der Geschichte erwächst.“

In Sichtweite des Elefanten wurde 2009 ein Herero-Mahnmal für die Opfer deutscher Truppen in Namibia eingeweiht. Es besteht aus mehr als 300 roten Sandsteinen vom südwestafrikanischen Waterberg.„Dieser Ort ist ein Ort, der sich Afrika widmet, der Versöhnung und der Erinnerung“, sagt Saxe am Freitagnachmittag.

Nelson Mandela, im Dezember vergangenen Jahres gestorben, wurde am 18. Juli 1918 geboren – am Freitag also hätte er seinen 96. Geburtstag gefeiert.

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