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NWZonline.de Region Bremen

Einkaufszettel als Kunstwerke

16.01.2008

BREMEN Der Mann mit der roten Mütze ist Künstler. Und leidenschaftlicher Sammler. Kunst-Sammler sozusagen. Joachim „Bommel“ Fischer aus Pusdorf hortet unter anderem achtlos weggeworfene Einkaufszettel. Seit sieben Jahren bereits. Er sieht die Notizen als „Literatur des Alltags“ an. Eine Auswahl seiner etwa 1000 Exemplare umfassenden Sammlung, darunter ein Exemplar vom 1. August 1939, stellt der 47-Jährige noch bis Sonnabend, 9. Februar, in der Stadtteilbibliothek Vegesack aus.

„Der Duden definiert Literatur als die Gesamtheit der schriftlichen Äußerungen des menschlichen Geistes“, sagt Fischer. Einkaufszettel entsprängen einem Denkprozess und seien Ausdruck eines kreativen Aktes. Nun denn, zumindest sind Einkaufszettel häufig gespickt mit kreativen Abkürzungen. Der Verfasser dieser Zeilen beispielsweise pflegt auf vergleichbaren Alltagskunstwerken sein Lieblingsgetränk hinten immer mit einem „x“ zu schreiben. Das ist kein Akt. Und spart zwei Buchstaben. Aus Wasser wird auf dem Zettelchen H2O. Das spart drei Buchstaben und suggeriert dem potenziellen Finder chemische Grundkenntnisse.

Sieht Fischer schon den Einkaufszettel an sich als Kunstwerk, so ist das, was aus ihm erwächst, für den Künstler ebenfalls ein Kunstwerk. Es entstehen Stillleben im Einkaufskorb, Kunstobjekte also, die mitten aus dem Leben gegriffen seien. Ihre Fortsetzung fänden diese Stillleben beim Aufpacken der Waren auf das Kassenfließband, wo sich aus denselben Produkten neue Stillleben ergäben, Kunstwerke, Plastiken des Alltags.

Wie sagte schon Paul Klee: „Der oberste Richter eines bildlichen Kunstwerks ist das menschliche Auge.“ Das der Kassiererin zum Beispiel. Die Ausstellung „Einkaufszettel – Literatur des Alltags“ ist montags und dienstags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 11 bis 17 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Noch ein Sammler: Auch Rainer Lohse aus Bremen ist irgendwie ein Sammler. Er hortet Spielchips. Der 43-jährige Lagerist ist ein Poker-Ass. Er setzte sich jetzt beim Finale um den „DSF Poker Champion“ gegen neun Konkurrenten aus dem gesamten Bundesgebiet durch. „Das geschafft zu haben, ist ein unglaublich gutes Gefühl“, sagte Lohse nach seinem Coup. Als Sieger des „Final Table“ gewann er eine Reise für zwei Personen ins Zockermekka Las Vegas im Wert von 12 000 Euro. Im Preis inbegriffen ist unter anderem ein Hubschrauberflug über den Grand Canyon. Übrigens: Die Fernsehzuschauer können Lohses Siegeszug am Sonnabend, 9. Februar, im DSF verfolgen.

Mehr Infos unter

www.bommel-fischer.de

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