Bremen - Dem Elefanten geht es nicht gut, aber jetzt soll ihm geholfen werden. Das steinerne „Antikolonialdenkmal“ an der Gustav-Deetjen-Allee – in Sichtweite der Bürgerweide – wird gründlich saniert. Andernfalls könnte ihm buchstäblich der Rüssel abfallen.
180 000 Euro kostet die Kur. 60 000 Euro davon kommen aus einem Denkmalpflegetopf des Bundes, sagte Umwelt-Staatsrat Ronny Meyer am Freitag. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit der Elefant unbeschadet durch den Winter kommt.
Er ist stark „durchfeuchtet“, sagten die Fachleute. Durch die Ausdehnung bei starkem Frost könnten Teile des Elefanten herausbrechen. Der Frost würde die zehn Meter hohe Figur mit dem 50 Zentimeter dicken Mauerwerk förmlich sprengen. Nun wird der Elefant im Sommer komplett eingerüstet, um wetterunabhängig an ihm arbeiten zu können. Die Entwässerung des Denkmals soll verbessert werden. Dafür werden auch die Podeste neu errichtet, damit das Wasser in Zukunft ordentlich abfließen kann. „Der Elefant war ein Symbol für die Forderung, dass Deutschland seine Kolonien zurückbekommt“, sagt Bürgerschaftsabgeordnete Ralph Saxe (Grüne).
1989 wurde beschlossen, das Denkmal umzuwidmen. 1990 ist der Elefant als „Antikolonialdenkmal“ neu eingeweiht worden. In Sichtweite des Elefanten wurde 2009 ein Herero-Mahnmal für die Opfer deutscher Truppen in Namibia eingeweiht. Die Grünfläche rund um den Elefanten heißt seit Sommer 2014 Nelson-Mandela-Park.
