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NWZonline.de Region Bremen

„Film soll die Erinnerung zurückholen“

10.01.2013

Bremen Johann „Rukeli“ Trollmann ist ein Lebemann, ein Boxer aus Leidenschaft, ein Sportheld der späten 20er und frühen 30er Jahre – ein tragischer Held, denn Trollmann ist Sinto. Er darf nicht siegen. Seine Geschichte ist aussichtslos und erschreckend. Der Bremer Filmemacher Eike Besuden („Pinguin Studios“) hat Trollmanns Schicksal nachgezeichnet.

„Gibsy“ heißt das 90-minütige Doku-Drama mit Spielszenen, historischen Aufnahmen und Aussagen von Trollmanns Tochter und Großneffen sowie heute lebenden jungen Sinti.

„Der Film wird kein Kassenschlager“, sagt Besuden. „Aber er erzählt eine wichtige Geschichte.“ Und die will der Regisseur möglichst vielen Leuten nahebringen. Mit im Spiel ist Hannelore Elsner. „Sie war und ist vom Projekt begeistert“, sagt Besuden. Elsner spielt die Rolle der Mutter Friederike Trollmann.

„Rukeli Trollmann war ein Mann mit Zivilcourage“, sagt der Regisseur. Die Verfolgung der Sinti und Roma in Nazi-Deutschland sei bislang gesellschaftlich und medial vernachlässigt worden, ergänzt Besuden. „Der Film soll die Erinnerung zurückholen.“

Der junge Boxprofi Johann Trollmann – überzeugend dargestellt von Hannes Wegener – gewinnt 1933 überraschend die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Doch der Boxverband erkennt ihm den Titel ab – wegen seines „undeutschen Boxstils“.

Nach seinem Karriereende schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch, heiratet eine Deutsche, trennt sich von ihr, zieht als Wehrmachtssoldat in den Krieg. Nach zwei Jahren kehrt er nach Hannover zurück. „Rukeli“ wird verhaftet, ins KZ Neuengamme gesteckt. Dort wird er gezwungen, der SS-Mannschaft das Boxen beizubringen. Er taumelt seinem Ende entgegen. Doch der illegale Häftlingsrat verhilft ihm zur Verlegung nach Wittenberge.

Er kommt durch, bis ihn ein Häftling, der mit der Lagerleitung kooperiert, erkennt und zum Kampf herausfordert. Trollmann gewinnt und unterschreibt so sein Todesurteil. Einen Tag später wird er erschlagen aufgefunden. „Das ist eine Dramaturgie, die sich kein Drehbuchautor ausdenken kann“, sagt Besuden.

„Gibsy“ startet am Donnerstag, 17. Januar, in Kinos in Hamburg, Hannover, Berlin und Bremen (17 Uhr, Gondel).

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