Bremen - Hohe Gutachterkosten haben die Insolvenz des Vereins Freie Schule Bremen verursacht. Dies sagt Sven Golchert, der das Projekt zuletzt hauptsächlich verfolgt hatte, obwohl auch seine Tochter längst auf eine staatliche Schule geht.

8100 Euro hätte der Verein für das Gutachten zahlen müssen, das der Senat für die Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Auftrag gegeben hatte und das der Schule „ein besonderes pädagogisches Interesse“ abgesprochen hatte. Im September 2013 kam die Rechnung. „Wir hatten nicht mit einer solch hohen Summe gerechnet und – ehrlich gesagt – kann ich mir nicht erklären, warum das so viel gekostet haben soll“, sagte Golchert.

Gleichzeitig sei mit dem OVG-Urteil im Sommer 2012 die Spendenbasis eingebrochen. „Wir haben danach deutlich weniger Unterstützung bekommen.“ Mit dem Urteil war abzusehen, dass sich die Behörde mit ihrem Widerstand gegen die Mini-Schule mit 50 Kindern durchsetzen würde. Eine Revision hatte das OVG nicht zugelassen, das Bundesverwaltungsgericht hatte dies später bestätigt. Golchert hofft jetzt, dass sich eine neue Initiative finden wird, die die Idee der freien Schule weiter verfolgt. „Wir bekommen immer noch Anfragen, wann die Schule endlich startet“, erzählt er. Aktuell sei das Vorhaben noch immer.

„Die Bildungssenatorin behauptet, dass die Grundschulen reformpädagogische Elemente eingeführt haben.“ Dies sei aber oft nur auf dem Papier der Fall. Zudem könne eine von bürokratischen Zwängen abhängige Institution eine Schule nicht in Eigeninitiative als gemeinsame Angelegenheit leben. „Das muss wie ein Dorf sein, aber in Bremen wird darunter leider Wagenburg verstanden.“ Die Bremer SPD begründet ihre Ablehnung der freien Schule – in allen anderen Bundesländern gibt es sie – damit, dass sie zur sozialen Spaltung beitrage.

Gegen Waldorfschulen und konfessionsgebundene Grundschulen kann sie nichts machen. Oder gegen private Oberschulen. Deshalb rät Golchert dazu, eine Grundschule im Verbund mit einer Oberschule zu gründen.