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NWZonline.de Region Bremen

Gastspiel: Wofür ein Lichter nachts aufsteht

14.02.2019

Zehn Minuten sind seit Drehschluss für die TV-Sendung „Bares für Rares“ vergangen, als Horst Lichter zum Telefon greift. Im Interview mit unserer Zeitung spricht der frühere Fernsehkoch und heutige Entertainer über sein neues Bühnenprogramm „Herr Lichter sucht das Glück“, mit dem er am Sonnabend, 23. Februar, um 20 Uhr im Bremer Metropol-Theater am Richtweg gastiert (Karten sind unter anderem über Nordwest-Ticket erhältlich). Und er spricht über Leibspeisen, Ziele im Leben und seine ganz persönlichen Glücksmomente.

Frage: Nach drei Jahren stehen Sie jetzt erstmals wieder auf der Bühne. Warum die lange Pause?
Lichter: Meine Bühnenprogramme waren immer echt, ehrlich und selber er- und gelebt. Nach dem letzten habe ich gesagt: Jetzt bin ich erstmal durch. Sonst hätte ich etwas schreiben müssen oder schreiben lassen müssen. Das wäre aber nicht mehr so gewesen, wie ich auf der Bühne sein möchte. Jetzt habe ich wieder so viel erlebt, es ist so viel passiert – ich habe wieder viel zu erzählen.
Frage: Was erwartet die Besucher in Bremen?
Lichter: Dieses Mal steht ein besonderes Experiment an: Bisher bin ich immer mit großem Bühnenbild aufgetreten. Das neue Programm aber verlangt nicht mehr als einen Mann und ein Mikrofon. Ich möchte, dass mir die Menschen im Kopf folgen. Inhaltlich geht um das Treffen mit den unterschiedlichsten Menschen – und ihre Interpretationen vom Glück. Um die alltäglichen Dinge, die man erlebt und die erzählen, was einen glücklich macht und was nicht. Allerdings möchte ich keine Vorträge halten und nicht den Zeigefinger heben, sondern ich wünsche mir vor allem, dass die Menschen mit mir Tränen lachen.
Frage: Welche Geschichten vom Glück haben Sie besonders berührt?
Lichter: Besonders berührt hat mich, dass genau die Menschen, von denen man glaubt, sie hätten gar keinen Grund, glücklich zu sein, in den meisten Fällen die glücklichsten sind. Menschen mit Behinderungen, Menschen mit schwerer Krankheit, Menschen nach großen Verlusten. Sie haben oft die nötige Demut und Dankbarkeit, um zu wissen, was Glück ist.
Frage: Wie sehen Ihre persönlichen Glücksmomente aus?
Lichter: In meinem reifen Alter habe ich viel erlebt und gelebt. Ich lebe sehr bewusst. Hier und heute, das ist jetzt das wahre Glück für mich. Glück ist aber auch, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin – das ist wunderschön. Auch meine Frau besitzt einen Führerschein und ein Motorrad. Weil es ein großer Unterschied ist, ob man hintendrauf sitzt oder selbst fährt – und das erlebt und fühlt.
Frage: Ihre weitere Leidenschaft: Oldtimer. Sie haben auch an Rallyes teilgenommen.
Lichter: Aber, hallo, das werde ich auch nicht mehr aus meinem Kopf kriegen. Seit ein paar Jahren mache ich aber nur noch private Fahrten mit Freunden. Denn bei Veranstaltungen sind heute viele Menschen dabei, die nicht der Liebe zu den Oldtimern wegen mitfahren. Sondern, weil es chic geworden ist. Heute geht es leider oft nur noch darum, wer den größeren, wertvolleren Wagen hat.
Frage: Welche Ziele haben Sie im Leben angetrieben?
Lichter: Als 14-Jähriger wollte ich Koch werden. Weil ich davon geträumt habe, ein Lokal zu haben, wo die Menschen hinkommen, ich sie kennenlerne und wir gemeinsam einen schönen Abend haben. Und als ich mich das erste Mal richtig verliebt habe, wollte ich diese Frau heiraten, ein Haus bauen und eine Familie gründen. Auch das habe ich gemacht. Ich hatte immer Ziele. Aber sie haben sich auch immer mal verschoben, weil das Leben andere Wege eingeschlagen hat. Aber ziellos herumlaufen, das konnte und könnte ich nie. Für den Moment bin ich aber angekommen. Heute sage ich: Wenn morgen so wird, wie es heute war, dann ist das traumhaft. Ich verliere deswegen aber nicht den Lebensmut oder die Strebsamkeit. Ich habe aber nicht mehr die unfassbare Neugierde wie früher. Und keine Angst mehr, irgendetwas zu verpassen. Ein sehr schönes Gefühl!
Frage: Trödel- statt Kochshow im TV: Machen Sie Antiquitäten glücklicher als das Kochen?
Lichter: Das kann man so nicht sagen. Aber ich habe schon als Kind mein erstes neues Fahrrad gegen ein uraltes getauscht. Weil ich das schöner fand, ohne erklären zu können, warum. Später war mein Restaurant mit Antiquitäten vollgestopft. Aber was ich immer schon wollte – und deswegen habe ich Koch gelernt: Ich wollte Menschen an meinem Tisch haben, mit Geschichten zum Erzählen und zum Lachen. Bei „Bares für Rares“ habe ich beides, ohne zu kochen. Ich habe jeden Tag tolle Menschen mit tollen Geschichten.
Frage: Ihr Leibgericht?
Lichter: Mich kann man nachts für ein wunderbares Kartoffelpüree mit ein paar Frikadellschen und Rahmkohlrabi wecken. Dann bin ich einer der glücklichsten Menschen auf dieser Erde. Ich liebe auch einen schönen Apfelpfannkuchen. Und wenn es kalt ist, einen richtigen Hühnereintopf mit ordentlich was drin.
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