Bremen - Im Prozess gegen Tatul G. (52) und seinen Sohn Seroja (22), die sich wegen gewerblicher Steuerhehlerei vor dem Landgericht Bremen verantworten mussten, wurde am Dienstag das Urteil gesprochen. Tatul G. muss für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis, sein Sohn wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Die beiden Männer mit Wohnsitz in Bremerhaven hatten laut Anklage im Zeitraum von Dezember 2012 bis September 2014 mit mehr als 32 000 Stangen Zigaretten aus Polen illegal Handel betrieben. Dem deutschen Fiskus soll dadurch ein Steuerschaden von fast einer Million Euro entstanden sein. Beide Angeklagten legten im Prozessverlauf umfassende Geständnisse ab. So konnte das Gericht unter Vorsitz von Richter Thorsten Prange Tatul G. insgesamt 41 Taten nachweisen. Seroja wurde wegen Beihilfe zur Steuerhehlerei in 25 Fällen schuldig gesprochen.

Besonders strafmildernd kam dem Vater zugute, dass er „ein absolut glaubwürdiges Bekenntnis seiner Schuld zeigte“, sagte Richter Prange während der Urteilsbegründung. Nach Auffassung des Gerichts habe der 52-Jährige nicht aus Geldgier gehandelt. Vielmehr wollte er sich einen monatlichen Zuverdienst sichern, die finanzielle Lage sei „schrecklich“ gewesen, hatte Tatul G. vor wenigen Wochen im Gericht gesagt. Sein Sohn hingegen sei nur „Mitläufer“ gewesen

Oberstaatsanwalt Frank Passade forderte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten für Tatul G.. Vater G. muss vorerst wieder in Untersuchungshaft. Der Richter stellte aber in Aussicht, dass der 52-Jährige bis Haftantritt ebenfalls in Freiheit sein könne. Dafür muss er sich zweimal wöchentlich bei einer Polizei melden. Nahm Tatul G. das Urteil anfänglich noch gefasst auf, brach er kurz darauf in Tränen aus. Er sagte: „Ich nehme die Schuld auf mich.“